Tipps aus der Praxis:

Elternratgeber

An dieser Stelle finden Sie nützliche Tipps von unseren professionellen Minihaus-Pädagogen.

Vorurteile

Wir alle teilen die Welt ein, in gut und böse, richtig und falsch, in das, was wir mögen und was nicht. Menschen ohne Vorurteile gibt es nicht. Kinder haben von Grund auf zunächst keine Vorurteile. Erst unsere Gesellschaft baut solche auf, dies passiert auch – ganz unbewusst – durch uns Eltern, die wir uns vor ihnen äußern: Mädchen sind zickig und werden in der Pubertät schwierig, Jungen müssen sich ständig profilieren, sind in der Pubertät aber viel umgänglicher, Frauen können nicht einparken, Männer nicht zuhören, Frauen haben keinen Orientierungssinn, während Männer nie nach dem Weg fragen, Kopftuchträgerinnen sind "unterdrückte Frauen" und muslimische Jungen werden zu "Paschas" erzogen …

Solche Beurteilungen speisen sich nicht aus Bosheit, sondern wir Menschen sind darauf angewiesen, uns über das, was uns begegnet, eine Meinung zu bilden. Das gilt besonders für Kinder. Von Anfang an beobachten sie aufmerksam ihre Umgebung, mit feinen Sinnen registrieren sie die Bewertungen der Erwachsenen. Ihre Meinung über Dinge wird dadurch beeinflusst, ob etwas als gut oder schlecht, als normal oder unnormal gilt. Je weniger Einzelheiten sie kennen, desto grober und unzutreffender fällt ihr Urteil aus. 

Toleranz gegenüber etwas Fremdem oder Andersartigem zu üben, hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Eigentlich bedeutet „tolerieren“ in seinem lateinischen Ursprung „erdulden“, „ertragen“. Tatsächlich wurde dieser Begriff jahrhundertelang in diesem Sinne benutzt. Menschen mit fremdländischem Aussehen, mit anderen religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen sollten „erduldet“ werden, denn früher hatte „Fremdes“ und „Unnormales“ eine beängstigende, verunsichernde Wirkung. Unsere demokratische Gesellschaft ist heute vielfältiger denn je, das Miteinander von Kindern unterschiedlicher Herkunft ist in Kitas und Schulen der Normalfall, aber keine Selbstverständlichkeit.

Gelebte Toleranz ist heute kein „Erdulden“, sondern eine Überzeugung. Um diese aber zu leben, ist ein langwieriger Lernprozess nötig. In einem Alter von etwa drei Jahren gehört Intoleranz bei Kindern zum normalen sozialen Verhalten. Mit den ersten Freundschaften teilen sie ihr Umfeld in Gruppen ein, z.B. in Jungen und Mädchen. Diesen fühlen sie sich zugehörig oder sie distanzieren sich von ihnen. Dieses Verhalten ist ein ganz natürlicher Schritt beim Herausbilden der eigenen Persönlichkeit. Diese Abgrenzung kann aber auch in Feindseligkeit gipfeln, daher raten Pädagogen und Psychologen, an diesem Punkt Toleranz zu trainieren.
Gibt es keinerlei Kontakt zu sozialen Fremdgruppen, kann man keine persönlichen Erfahrungen machen und hält an pauschalen negativen Bewertungen fest. Begegnungen mit demjenigen, dem die Vorurteile gelten, sind der richtige Weg. Man bemerkt, dass nicht alle so sind, wie es das Vorurteil vermuten lässt. Und so stellt die Tochter, die den Bruder ihrer besten Freundin auf ihrer Geburtstagsfeier „tolerieren“ musste (da deren Mutter krank war), fest, dass sie prima mit ihm spielen kann und dass er tolle Ideen hat, die ihr allein nie gekommen wären. Von wegen „alle Jungs sind doof!“

Stress

Bei uns Erwachsenen gehört Stress meist zum Alltag. Er beginnt schon frühmorgens, wenn das Brot im Toaster verbrennt, die Tochter nicht aus dem Bett kommt und dem Sohn einfällt, dass er unbedingt noch sechs ausgeblasene Eier für das Ostergeschenk im Kunstunterricht benötigt.

Aber Kinder und Stress? Das sollte eigentlich nicht zusammenpassen. Doch ist der Stress leider auch längst in den Kinderzimmern angekommen. Bereits jedes achte Kind im Kindergartenalter zeigt Zeichen von Ängstlichkeit und depressiver Verstimmtheit, die auf Stress zurückzuführen sind. Bei Grundschülern sind es bereits doppelt so viele, weil der Leistungsdruck noch hinzukommt. Die Idealvorstellung von unbeschwert spielenden, tobenden, die Zeit vergessenden, entspannten Kindern bröckelt immer mehr.

Für den Stress unserer Kinder gibt es viele Gründe. Die mediale Dauerbeschallung, die für Reizüberflutung sorgt, ein hoher Lärmpegel in Kita oder Schule, ein übervoller Terminkalender wohlmeinender Eltern mit Schwimmen und Ballett, Englisch- und Klavierunterricht. Dabei ist weniger mehr, denn Kinder brauchen viel Zeit, in der sie selbst bestimmen, was sie tun. Nach Lust und Laune herumrennen, basteln oder bauen. Sie verarbeiten während des Spielens innere Konflikte und bauen so Spannungen ab.

Wichtig ist es, bei seinen Kindern den Stress wahrzunehmen – was nicht leicht ist, denn Kinder klagen im Gegensatz zu uns Erwachsenen nicht über Stress, das Wort kennen sie nur von uns. Sie sagen nicht „ich bin so gestresst“, sondern sind vielleicht gereizt, nörgelig, müde, kauen Nägel oder sind öfters krank.

Aber sind wir Erwachsenen denn gute Vorbilder? Gönnen wir uns Momente der Ruhe? Oder hetzen wir nur von einem Termin zum Nächsten und übertragen so unsere eigene Hektik auf unsere Kinder? Eines ist klar: Die Doppelbelastung aus Familie und Arbeit kostet Eltern Kraft, sie haben zu wenig Zeit, alles unter einen Hut zu bringen und hinzu kommt noch manche Sorge, die einen belastet - viele Eltern führen ein Leben mit hängender Zunge und leben das zwangsläufig ihren Kindern vor. Zugleich wünschen und bemühen sie sich sehr, dass ihre Kinder ohne das Gefühl aufwachsen, ständig am Limit zu sein.

Kinder brauchen die Unterstützung und verständnisvolle Begleitung von uns Erwachsenen. Sprechen Sie mit ihnen über nachmittägliche Aktivitäten oder gemeinsame Wochenendausflüge. Was macht den Kindern Spaß? Und was hat man selbst initiiert im Glauben dem Kind etwas Gutes zu tun? Durchforsten Sie Ihren Wochenplan, streichen Sie die eine oder andere Veranstaltung, schalten Sie PC, Handy und Fernseher einfach mal aus, planen Sie stattdessen Kuschelstunden und Fantasiereisen ein oder tun Sie einfach mal gar nichts. Gemeinsame Ruhe-Rituale wie Musikhören, Geschichtenvorlesen können ebenso helfen wie sich das Wochenende mal bewusst freizuhalten.   

Dennoch dürfen Eltern nicht alle Belastungen von ihren Kindern fernhalten, es ist wichtig, dass sie auch anstrengende, fordernde Situationen bewältigen, denn ein Leben ohne Belastung gibt es nicht. Aber versuchen Sie Ihrem Kind etwas mehr Gelassenheit vorzuleben, schaffen Sie Freiräume, drücken sie öfter mal ein Auge zu und überprüfen Sie die eigene Erwartungshaltung. Dann hat Dauerstress eigentlich keine Chance mehr. 

Thema Kleidung

 

„Das zieh ich nicht an!“ Viele von Ihnen kennen die morgendliche kraftraubende Diskussion mit dem Nachwuchs, der – noch im Schlafanzug - vehement vor dem Kleiderschrank protestiert und Hose, Pulli oder Strümpfe verweigert. Gründe für den Aufstand gibt es viele: Da kratzt das Stoffetikett der Waschanleitung auf der Haut, wegen Omas uncoolem Pullover mit den niedlichen Tierfiguren ist Erik im Kindergarten schon einmal ausgelacht worden und Lilli besteht auf das luftige Feengewand aus dünnem Stoff, obwohl es draußen deutliche Minusgrade hat. Manchmal geht es auch gar nicht um ein bestimmtes Kleidungsstück, sondern darum, den eigenen Willen durchzusetzen und Mama oder Papa auf die Probe zu stellen.  

Zunächst einmal sollten Sie diesen Auseinandersetzungen etwas Positives abgewinnen. Ab zwei Jahren kommen Kinder in ihre Trotzphase, sie wollen zunehmend selbständig sein, eine aktivere, wechselseitige Beziehung zu ihren Eltern aufbauen. Dazu gehört eben auch ein Selbstbestimmungsrecht bei der Bekleidung.

Mit ein paar Tricks lässt sich die Situation entspannen. Nervenschonender als morgens ist es, bereits am Vorabend gemeinsam mit dem Kind die Garderobe herauszusuchen. Gibt es am nächsten Morgen trotz abendlicher Vereinbarung und getroffener Lösungen Proteste seitens des Nachwuchses, sollten Sie konsequent bleiben. Ebenso durchsetzen sollten Sie sich, wenn Kinder bei Schnee und Eis hochsommerlich gekleidet aus dem Haus gehen wollen.

Im Winter ist es morgens noch kalt und dunkel. Schlüpfen Kinder in Klamotten, die kurz auf der Heizung vorgewärmt wurden, wird die Bekleidungsprozedur für sie deutlich angenehmer.

Unterstützen Sie Ihr Kind beim Streben nach Selbständigkeit. Planen Sie hin und wieder etwas mehr Zeit ein und lassen Sie Ihr Kind sich selbst anziehen. Dann gibt es auch weniger Diskussionen um die Kleidungsstücke an sich.

Und bleiben Sie gelassen. Gewagte Farbkombinationen und haarsträubende Stilmixe sind nicht weiter schlimm. Auch wenn das Kind eine gelbe Socke links und einen grünen Kniestrumpf rechts trägt, bleiben die Füße trotzdem warm.

Eine Mutter teilte einmal mit, dass sie - angesichts der Argumente ihrer kleinen Tochter - nicht anders kann als es mit Humor zu nehmen: „Wenn du mich abends nicht ausziehst, musst du mich morgens nicht anziehen, weißt du Mama?“

Thema Zeitgefühl

 

Vielleicht kennen Sie diese frühmorgendliche Situation: Sie denken bereits an die ersten Termine Ihres Tages, schauen gehetzt auf die Uhr, deren Zeiger zu rasen scheinen und stürzen eine Tasse Kaffee hinunter. Und Ihr Nachwuchs? Der lässt sich durch Ihre Hektik nicht aus der Ruhe bringen. Selbstvergessen wird noch an der Lego-Burg weitergebaut, ewig zwischen Gummistiefeln und Turnschuhen abgewogen, und die Aufforderung, sich nun endlich die Jacke anzuziehen, völlig ignoriert. Angesichts von so viel Gelassenheit fühlen wir Erziehungsberechtigte uns schnell provoziert, gerade weil wir hoffen, dass die Kinder Verständnis für unsere Lage haben und mitziehen - doch das funktioniert nicht. Denn Kinder können gar nicht anders.

Kinder haben ein noch unentwickeltes Zeitgefühl. Bis zum zweiten Lebensjahr leben Kinder fast ausschließlich im Hier und Jetzt. Sie haben die Gabe sich komplett in ihr Spiel oder in eine andere Sache zu vertiefen. Selbst wenn ein Kind schon die Uhr lesen kann, heißt das nicht, dass es ein Bewusstsein für die Zeit hat. Und dieses lässt sich auch nicht trainieren. Erst mit der Alltagserfahrung und der kognitiven Reife bildet es sich aus. Im Alter zwischen sieben und zehn Jahren können Kinder erst abschätzen, wie lange sie beispielsweise für eine bestimmte Strecke zu Fuß benötigen. Zudem ist Zeitgefühl etwas sehr Subjektives. Das geht auch uns Erwachsenen so: Vergehen in einer unterhaltsamen Runde mit Freunden mehrere Stunden wie im Flug, kann sich das Warten im Schneeregen auf den Bus schier endlos hinziehen. 

„In fünf Minuten ist Schluss!“ Solche Sätze stoßen buchstäblich auf taube Ohren. Mit Zeitbegriffen können Kinder nichts anfangen. Man kann diese aber für Kinder übersetzen. So wird aus „In fünf Minuten gehen wir los!“ „Wenn ich die Wäsche aufgehängt habe, gehen wir los“. Aus „Übermorgen fahren wir in den Urlaub“ wird „Noch zwei Mal schlafen“. Und aus „In einer Stunde sind wir da“ wird „Noch so lange, bis das Hörspiel aus ist“.

Schon immer lebten Menschen in Zeiteinheiten, die ihr Handeln strukturierten. Was früher Hahnenschrei oder Sonnenuntergang leisteten, wird heute von der viel präziseren Uhr übernommen. Und so leben wir heute unseren Kindern eine Zeitkultur vor, die großen Wert auf Pünktlichkeit, Tagestruktur und Eile legt. Und auch unsere Kinder kennen bereits eng getaktete (Frei-)Zeitpläne. Sind noch beide Eltern berufstätig, bedarf es ohnehin einer ausgeklügelten Zeitorganisation.

Wir Eltern verstehen Zeit als messbaren Wert, der uns determiniert. Aber müssen Kinder immer nach dem Takt der Eltern leben? Spätestens ab dem Schuleintritt verlangen wir dies von unserem Nachwuchs. Experten raten Kinder daher frühzeitig an der Zeitgestaltung teilhaben zu lassen, damit sie den Umgang mit der Zeit erlernen können, um für später gerüstet zu sein. Denn wird einem immer vorgeschrieben, was man wann tun soll, fällt es später schwer ohne zeitliche Vorgaben zu arbeiten.   

Eigentlich sind Kinder ja für ihr mangelndes Zeitgefühl zu beneiden, denn stressen lassen sie sich nicht – egal was die Uhr sagt. Vielleicht sollten wir uns ab und zu nach dem Tempo unserer Kinder richten und auch mal einen Trödeltag einlegen, der frei von jedem Zeitgefühl mit der gesamten Familie verbracht werden kann.

Thema Papa-Kinder

 

Die zweijährige Tochter ist seit Wochen wie ausgewechselt. Kaum hört sie ihren Vater abends die Haustür aufsperren, rennt sie los und fliegt ihrem Papa in die Arme. Von jetzt an darf nur er an ihrer Seite sein. Beim Abendessen soll er das Brot schneiden, anschließend darf nur er die Zähne putzen, sie ins Bett bringen und ihr vorlesen. Die Mutter, die den ganzen Tag mit dem Kind zusammen war, ist abgeschrieben und wird wie Luft behandelt.

Es kommt noch schlimmer. Die Tochter kann nicht einschlafen und weint, die Mutter sitzt seit geraumer Zeit auf der Bettkante, singt und versucht zu trösten, bis ein freundliches „Lass mich mal“ des Vaters die Tränen augenblicklich zum Versiegen bringt. Das gleiche Anliegen, die gleichen Worte, aber jetzt schläft das Kind.   

Für Mütter ist diese demonstrative Ablehnung eine schmerzhafte Erfahrung. „Den beiden zuzusehen, wie sie am Wochenende durch die Wohnung toben, lachen und herumblödeln, während ich die Wohnung putze, ist schwer zu ertragen!“, klagt eine Mutter auf einem Elternportal im Netz.

Verschiedene Lebens- und Entwicklungsphasen spielen eine große Rolle dabei, wer von beiden Elternteilen gerade angesagt ist. Am Anfang kommt es schlicht darauf an, wer für das Kind da ist, wer mit ihm Zeit verbringt, wer es versorgt. Wer also die Alltagsorganisation übernimmt, ist meist die primäre Bezugsperson und häufig die Mutter. Wann immer es um Sicherheit, Trost und Verlässlichkeit geht, ist Mama gefragt.

Wird das Kind agiler, mit dem Krabbeln und Laufenlernen, nimmt es seine Umwelt  deutlicher wahr und somit auch den Vater. Beobachtungen zeigen, dass Väter auch ganz anders mit ihren Kindern spielen: Wild, rau, abenteuerlich und mit hohem Körpereinsatz. Und das entspricht nun mehr den Entwicklungsbedürfnissen des Kindes, das jetzt einen starken Bewegungsdrang hat und es liebt, mehrfach in die Luft geworfen zu werden  – was die Mutter vielleicht rein körperlich schon nicht schafft und sich beim Spielen eher ruhig und beschützend verhält.

Keinesfalls sollten Mütter sich jetzt ausgeschlossen und ungeliebt fühlen oder dem Partner Vorwürfe machen („Du verwöhnst sie ja nur!“). Das Kind liebt beide Elternteile gleich. Es empfindet eher „Die Mama ist ja sowieso da, der Papa ist jetzt aufregender“. Und gerade wenn Kleinkinder eine besondere Bindung an die Mutter spüren, streben sie jetzt nach Unabhängigkeit.

Eifersucht und Unzufriedenheit unter den Eltern lassen sich mit leichten Veränderungen im Alltag und im elterlichen Rollenverhalten vermeiden. Denn wenn der eine nur der strenge und schimpfende Erzieher ist, während der andere immer den unterhaltsamen Spaßmacher gibt, sind Konflikte vorprogrammiert. Ein gelassener Umgang mit der Situation ist zudem ratsam und ein wenig „Loslassen“ schadet nicht. Ganz im Gegenteil: Elternteile, die vermeintlich abgeschrieben sind, können die kurze „freie“ Phase nutzen, um wieder Kraft zu tanken, denn schon bald wird das Kind buchstäblich wieder am eigenen Rockzipfel hängen.

Thema voneinander lernen

 

Wir bringen unserem Nachwuchs Tag für Tag eine ganze Menge bei, die Kinder lernen von uns Erwachsenen.  Aber es geht auch anders herum, wenn wir es zulassen. Wir als Eltern besitzen die einmalige Chance von unseren Kindern zu lernen, die Welt mit Kinderaugen zu sehen.

Kinder leben im Augenblick, sie sind wissbegierig, lassen sich auch von ganz kleinen Dingen begeistern. Bei einem Spaziergang bleiben sie bei jeder Schnecke stehen und beobachten sie genau. Auch die Blumen am Wegrand ziehen sie an. Und sie stellen eine Frage nach der anderen. Sie interessieren sich sehr genau für all die Dinge, die um sie herum passieren, schließlich müssen sie die Welt erst kennenlernen. Was Erwachsene oftmals in Meditations- und Achtsamkeitskursen mühsam wieder zu erlernen versuchen, ist für Kinder eine selbstverständliche Einstellung. 

Vieles können uns unsere Kinder beibringen, etwa die Konzentration, mit der sie spielen. Ganz versunken sind sie in ihrer Tätigkeit und nehmen ihre Umgebung nicht mehr wahr. Auch uns Erwachsene nicht, die wir mit der Jacke in der Hand danebenstehen, weil wir gehen wollen. Tausend Dinge und Termine haben wir im Kopf und damit längst die Fähigkeit verloren, den Augenblick intensiv zu erleben. Da sitzt das Kind und spielt - aus purer Freude und nicht, weil es einem Zweck dient.
Es mag für uns schwer nachvollziehbar sein, wenn Kinder zunächst mühsam ein Iglu errichten, um es anschließend mit Schneebällen wieder einstürzen zu lassen. Sie sind ganz im Hier und Jetzt, haben erst Freude beim Iglu-Bau, danach beim Schneeballwerfen. Ihr Verhalten ist spontan und impulsiv, nicht ergebnisorientiert und rational. 

Ein kleines  Kind malt ein Bild. Die Farben „stimmen“ nicht, ebenso wenig wie die Größenverhältnisse. Das Bild ist dennoch schön und ansprechend, aber es ist viel mehr. Das Kind drückt durch Farben und Linien aus, was es fühlt, aber noch nicht in Worte fassen kann. Mit Einsatz und Leidenschaft bringt das Kind ein Stück seines Ich´s auf das Papier. Picasso schrieb einmal  „… ich brauchte mein ganzes Leben, um Zeichnen zu lernen wie ein Kind.“ Der berühmte Künstler wusste, dass der Ursprung jeder Kreativität die kindliche Sicht auf die Welt ist.

Viel zu oft lassen wir Erwachsenen uns von Vorurteilen lenken. Kinder nicht, sie scheren sich nicht um die Meinungen anderer wie wir, die wir viel zu oft darüber nachdenken, was unsere Mitmenschen von unserem Handeln halten könnten. Sie haben keine Vorurteile anderen gegenüber und keine Berührungsängste mit Menschen, die vielleicht anders aussehen wie sie.

Wir Erwachsene müssen bereit sein, das Verhältnis zu Kind und Erwachsenem, also zwischen Lernendem und Lehrendem, einmal umzudrehen und das Kind als Lehrmeister zuzulassen, um Dinge, die in uns verschüttet wurden, wiederzufinden. Denn ab und zu wie ein Kind zu sein kann uns Erwachsene bereichern.

Thema Empathie

 

Einem Kind wurde eine Hauptrolle bei einer Aufführung des Kindergartens angeboten. Stolz spricht es seit Tagen von nichts anderem mehr, aber plötzlich schlägt die Stimmung um und das Kind weigert sich die Rolle zu spielen. Es erzählt den Eltern, dass es sich beim Aufsagen des Textes versprochen hat und deshalb von den anderen ausgelacht wurde.
Mögliche Antworten gibt es viele: „Sei nicht so empfindlich, die anderen meinen es doch nicht so!“, „Du musst die Rolle spielen, du darfst die anderen nicht im Stich lassen!“, „Du hast dich super vorbereitet, es gibt gar keinen Grund dich auszulachen“ oder „Komm, wir spielen ein Spiel, das bringt dich auf andere Gedanken“. All diese Reaktionen, die negativen wie die vermeintlich positiven, führen dazu, dass sich das Kind mit seinen Gefühlen weder verstanden noch ernst genommen fühlt.

Ein Kind, das abends nicht ins Bett möchte, sagt „In meinem Zimmer ist es so dunkel und überall sind Geister“. Sind die Eltern müde und erschöpft vom Tag, werden sie vielleicht entgegnen „Es gibt keine Geister, mach das Licht an, dann siehst du, dass keine Geister da sind. Und jetzt marsch ins Bett.“ Die Antwort erzielt vielleicht die gewünschte Wirkung, aber das Kind fühlt sich mit seinen Ängsten nicht verstanden und allein gelassen.

Auf Äußerungen oder Probleme des Kindes reagieren Eltern oft mit Warnungen, guten Ratschlägen und Belehrungen. Dabei sollten sie Empathie zeigen und zunächst dem Kind die Möglichkeit geben, sich auszusprechen und ihm dabei gut zuhören. „Und als die anderen dich ausgelacht haben, warst du plötzlich mutlos und konntest nicht mehr weiterspielen“ -  „Du glaubst also, dass es Geister gibt und hast große Angst vor ihnen“. So zeigt man dem Kind, dass man sich in seine Rolle hineinversetzen kann, dass man das Kind und seine Gefühle verstanden hat, man ermutigt es weiterzusprechen. Das Kind weiß, dass es ein offenes Ohr findet, auch wenn es nicht nur Schönes zu berichten gibt. Gerade bei negativen Gefühlen wie Wut, Trauer, Angst und Kummer braucht ein Kind die Bereitschaft zum Zuhören am allermeisten. Und dann sollten sich Eltern dem Kind zuwenden und sich von dem abwenden, was sie gerade machen oder vorhaben. Das Kind merkt, dass es im Zentrum des Interesses steht und ernst genommen wird – ein Gefühl, welches wir Erwachsene im Gespräch mit anderen ebenfalls durchaus zu schätzen wissen.

Aktives Zuhören hilft dem Kind, seine Probleme selbst zu lösen. Und ein  Kind, dem gut zugehört wird, fühlt sich nicht nur besser verstanden, sondern erfährt auch ein stärkeres Selbstwertgefühl, denn „ich habe etwas zu sagen“. Und wer „gehört“ wird, wird auch selber lernen, anderen gut zuzuhören. Bieten Sie dem Kind an, es bei seiner Suche nach einer Lösung zu unterstützen, aber drängen Sie ihm keine Ratschläge auf. Und erklären Sie ihm, dass es jederzeit zu Ihnen kommen kann, wenn es sich aussprechen möchte.

Thema Weihnachten

 

Die ganze Familie freut sich auf Weihnachten. Die Kinder wegen der Geschenke, die Eltern, weil sie sich auf strahlende Kinderaugen unterm Christbaum und ein paar ruhige, besinnliche und entspannte Tage freuen.

Die Erwartungen an Weihnachten und der Wunsch nach Ruhe sind hoch, gerade weil die Wochen davor geprägt sind vom Vorweihnachtsstress. In der Arbeit steht der Jahresabschluss an, für den Adventsbasar in der Schule müssen noch zwei Kuchen gebacken werden, abends die Weihnachtsfeier im Betrieb, nicht zu vergessen die Aufführung im Kindergarten.
Soll es an Weihnachten Gans geben oder Fondue? Strohsterne am Baum wie in der Familie mütterlicherseits oder ausschließlich rote Christbaumkugeln und Lametta wie in der Familie des Vaters? Kirchgang vor oder nach der Bescherung  oder gar nicht? Es soll nur schön sein, auch wenn jeder etwas anderes darunter versteht.
Auch die Bescherung birgt Konfliktpotential. Der Herzenswunsch des Kindes, ein riesiges violett-rosafarbenes Plüschpferd, wurde nicht erfüllt, was Tränen nach sich zieht. Und das Geschenk der Tante sieht nicht aus, als ob es mit Liebe ausgesucht worden wäre, sondern eher der drohende Ladenschluss dahintersteckte.

Für Kinder ist der Dezember ein traumhafter Monat, geprägt von Vorfreude, Märchen, stimmungsvollen Liedern, Basteleien, Geheimnissen, zauberhaften Wesen wie dem Christkind und dem Nikolaus, die die Phantasie beflügeln und den Glauben an das Gute in der Welt bestärken. Zu Nikolaus liegen Geschenke in den Kinderstiefeln, jeden Tag finden sich im Adventskalender kleine Überraschungen. Zum Fest sollen Kinder dann erst recht im Mittelpunkt stehen, schließlich bereitet es einem Spaß, Kinder zu beschenken, weil die Freude so ehrlich ist.

Gerade den Kindern zuliebe lohnt es sich daher, einen Gang zurückzuschalten und zu versuchen, sich nicht allzu sehr stressen zu lassen. Setzen Sie Prioritäten, besuchen Sie in der Vorweihnachtszeit nur die wichtigsten Veranstaltungen, denn damit gewinnen Sie Zeit für sich und andere, und Zeit ist in den – eigentlich schönen – Adventstagen  ein wertvolles Geschenk. Übrigens: Keiner schreibt Ihnen vor, wann an Weihnachten das Essen auf dem Tisch zu stehen hat, nirgendwo steht geschrieben, dass es ein 5 Gänge-Menu geben muss oder wann die Kinder ins Bett müssen.
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, denn Opa und Oma sind herzlich eingeladen, können aber nicht erwarten, dass der Heiligabend abläuft wie bei ihnen früher.
Lassen Sie die Kinder bei der Bescherung nicht zu lange warten, so vermeiden Sie schlechte Laune und Frust. Die Erwachsenen können sich erst später am Abend beschenken und sich Zeit beim Auspacken lassen. So bekommt jedes Geschenk die richtige Wertschätzung.
Verteilen Sie Aufgaben innerhalb der Familie, vom Baumschmücken über Tischdecken bis hin zum Einkaufen und Kochen. Und seien Sie tolerant sich selbst gegenüber, denn weder muss die Wohnung an Weihnachten blitzeblank geputzt sein, noch muss es an drei Tagen hintereinander Festmenüs geben. 

Die perfekt idyllischen Weihnachtstage wird es in keiner Familie geben. Aber das Fest ist es allemal wert, dass man vielleicht ein paar Dinge anders angeht, um es für alle Beteiligten zu etwas Besonderem zu machen.

Thema Großeltern

 

„Großeltern sind zum Verwöhnen da, erziehen müssen die Eltern“. Für manche Omas und Opas gilt dieser Leitsatz, sie wollen nicht mehr die Strengen sein, denn das waren sie bereits bei ihren eigenen Kindern. Sie möchten die wenige gemeinsame Zeit nicht mit Erziehungsmaßnahmen verbringen, sondern einen Tag mit dem Enkelkind voll und ganz genießen.

Am Wochenende bei den Großeltern durfte das Kind bis um 22 Uhr aufbleiben, zwei Stunden am Tag fernsehen, ein süßes Betthupferl gab es vor dem Schlafengehen auch noch – nach dem Zähneputzen. Und auf der  kurzen Strecke zum Bäcker mit dem Auto musste sich das Kind auch nicht anschnallen, weil es „früher ja auch keine Kindersitze gab. Und passiert ist nie etwas!“ Ein traumhaftes Wochenende für das Kind, aber jetzt – am Sonntagabend – ist das Geschrei groß, will man es zur gewohnten Zeit ins Bett bringen.

So schwer es den Großeltern auch fallen mag: Durch die Geburt des Kindes haben sich die Gewichte innerhalb der Familie verschoben. Die Verantwortung für Ihr Kind tragen Sie als Eltern. Aber gerade wenn sich Großeltern als die Erfahreneren sehen, sind Unstimmigkeiten in Erziehungsfragen an der Tagesordnung. Stellen Sie trotzdem nicht die Erziehungskompetenz Ihrer (Schwieger-)Eltern in Frage (schließlich haben diese selbst ein oder mehrere Kinder großgezogen), aber verdeutlichen Sie ihnen gegenüber, dass es verschiedene Methoden gibt, ein Kind zu erziehen, und  dass Sie sich für eine entschieden haben, die auch Oma und Opa zu akzeptieren haben. Legen Sie den Großeltern dar, was Ihnen in der Erziehung wichtig ist und in welchen Bereichen es keinerlei Zugeständnisse gibt. In den Bereichen, die Ihnen nicht so wichtig sind, können Sie ruhig etwas großzügiger sein. Wenn die Oma einmal in der Woche stets Pizza serviert, weil das das Lieblingsessen Ihres Kindes ist, wird Ihr Nachwuchs keinen Schaden davontragen.

Kommt ein Kind von einem tollen Wochenende von den Großeltern nach Hause, will es auch daheim wie ein Gast verwöhnt werden und dieses Leben zu Hause weiterführen. Erklären Sie ihm, dass Menschen eben unterschiedlich sind und es bei anderen vielleicht andere Regeln gibt, zu Hause aber dennoch dieselben Regeln gelten wie bisher. Und diese sollten dann auch konsequent eingehalten werden. Schon Zweijährige lernen schnell, bei wem was erlaubt ist und was nicht. Und es erweitert ihren sozialen Horizont, wenn sie feststellen, dass bei Oma und Opa die Uhren vielleicht etwas anders gehen.

Ein bisschen Ferien vom Alltag und besondere Aufmerksamkeit durch die Großeltern tun Kindern gut – ganz besonders dann, wenn Mama und Papa gerade einmal weniger Zeit haben. Kinder profitieren sehr von Oma und Opa, so dass es sich auf alle Fälle lohnt, Kompromisse einzugehen und das Gespräch bei Streitpunkten über Erziehungsfragen zu suchen, um ein entspanntes Miteinander zu schaffen.

Thema Tod

 

es gibt Tabuthemen, die Eltern ihren Kindern gegenüber ausklammern. Der Tod gehört mit Sicherheit dazu, denn Eltern wollen ihre Kinder vor der dunklen Seite des Lebens schützen, sie unbelastet aufwachsen lassen. Manche Eltern befürchten, ihr Kind könne seine Leichtigkeit und Fröhlichkeit verlieren, weil es die Nachricht über den Tod eines Menschen gar nicht verarbeiten könne.

Lieber also kein Wort über den Tod verlieren? Auf Dauer wird das nicht funktionieren, denn Kinder fragen trotzdem danach. Ganz unbefangen und mit unverhohlener Neugier wollen sie wissen, warum die alte Dame von nebenan plötzlich nicht mehr da ist, sie trauern um ihren gestorbenen Hamster oder befürchten, dass die Oma nach der Bestattung in der kalten Erde friert. Vermeiden Sie, dass Ihr Kind falsche Vorstellungen oder Ängste entwickelt und antworten Sie wahrheitsgemäß auf die Frage, wenn Ihr Kind wissen will: Was passiert, wenn man tot ist?

Sind sich Eltern selbst im Klaren darüber, was sie glauben – an die Wiedergeburt, an das Weiterleben der Seele, daran, dass nach dem Tod nichts mehr kommt – können sie Ihrem Kind vermitteln: „Das glaube ich. Andere glauben etwas anderes. Keiner weiß, was nach dem Tod kommt, weil keiner, der tot war, wieder lebendig wurde.“ Für Ihr Kind eine wichtige Erkenntnis, dass auch Eltern nicht alles wissen können.

„Opa macht eine lange Reise“ oder „Tante Christel ist für immer eingeschlafen“. Solche Umschreibungen nehmen kleine Kinder oft wörtlich und fürchten sich – etwa davor, dass sie selbst nicht mehr aufwachen könnten, wenn sie schlafen gehen. Daher braucht Ihr Kind Wahrheit und Sicherheit. Kurze, klare Sätze vereinfachen ein Gespräch über den Tod: Der Tod ist wie Schlafen, nur anders. Der Körper wird kalt, das Herz schlägt nicht mehr, der Tote atmet nicht mehr. Meistens passiert das bei alten und kranken Menschen, bei jungen Menschen kommt der Tod nur selten. Alle Menschen und Tiere, auch viele Blumen und Pflanzen jetzt im Herbst, müssen sterben, wenn sie zu Ende gelebt haben. Aber bis wir sterben, dauert es noch sehr lange, wir haben noch unser ganzes Leben vor uns.  

Verlieren Kinder einen ihnen nahestehenden Menschen oder ein geliebtes Haustier trauern sie anders. Auf uns Erwachsene mag das vielleicht befremdlich wirken, wenn das Kind spielt, malt oder tobt anstatt zu weinen. Es verarbeitet aber seine Trauer auf seine Weise, da es seine Gefühle nicht richtig sortieren und zum Ausdruck bringen kann. Oft wechseln auch Trauer- und fröhliche Phasen ab – ein Kind schützt sich so vor Überbeanspruchung. Aber wenn es spürt, dass es über den Verstorbenen sprechen und Fragen stellen kann, bleibt es mit seinen Gefühlen nicht allein. Und sein erwachsener Gesprächspartner auch nicht. So kann die gemeinsame Trauer stark machen und dazu beitragen, den Verlust besser ertragen zu können.

Thema Loslassen

 

Wir Erwachsenen sind meistens ganz gerne mal allein. In Beruf und Familie ist man immer mit anderen Menschen zusammen, so dass es auch mal gut tut, keine Konversation führen oder auf einen anderen Rücksicht nehmen zu müssen.

Bei Kindern ist dies ganz anders. „Bitte bleib da!“, heißt es oft, wenn Eltern ihre Kinder in der neuen Kindertagesstätte abgeben. Die Angst, von der Bezugsperson verlassen zu werden, ist angeboren. Und ein Vormittag in Krippe oder Kindergarten ist eben etwas anderes als ein Vormittag bei der Mama, die man täglich sieht. Die neue Umgebung, lärmende Kinder, fremde Erzieherinnen. Es ist also völlig normal, wenn Kinder in den ersten Tagen ihre Eltern nicht loslassen wollen. Sie brauchen Zeit und Unterstützung für diesen schwierigen Prozess.

Wie können Eltern hier unterstützen? Es ist zweifelsohne eine Gratwanderung: Sich schimpfend vom klammernden Kind zu trennen ist sicher genauso falsch wie sofort nachzugeben und das Kind wieder mit nach Hause zu nehmen. Im „akuten“ Fall sind die Erzieherinnen da, die für diese Situationen viel Fingerspitzengefühl entwickelt haben und verschiedene Übungsrituale kennen, um Kindern die Trennung zu erleichtern.
Langfristig hilft Verlässlichkeit. Beim Abschied plagen das Kind nämlich Fragen wie „Was ist, wenn die Mama nicht wiederkommt?“. Wenn Mutter oder Vater aber gerade in den ersten Tagen überpünktlich beim Abholen sind, merkt das Kind, dass seine Sorgen unbegründet sind – und somit fällt jeder Abschied etwas leichter.
Beim Bringen am besten etwas mehr Zeit einplanen. Wenn der ohnehin schmerzliche Abschied noch zusätzlich von Hektik belastet wird, wird die Trauer noch größer.
Widerstehen Sie der Versuchung heimlich die Tagesstätte zu verlassen, um einen tränenreichen Abschied zu verhindern. Das Kind fürchtet sich davor, verlassen zu werden – und wird bestätigt.
Lassen Sie Tränen zu, denn diese gehören zur Traurigkeit nun mal dazu und helfen, diese zu verarbeiten. Auch Eltern leiden in diesen Situationen meistens mit. Aber seien Sie zuversichtlich, dass die Trennungsangst bei Ihrem Kind abnehmen wird, denn es kann auf Vertrauen, Geborgenheit und Liebe bauen, wenn es hört „heute Nachmittag hol ich dich wieder ab. Versprochen“.

Thema gesundes Essen

 

Lauchcremesuppe? Igitt! Spinat? Pfui! Brokkoli? Bäh! In vielen Familien fallen diese Worte täglich am Esstisch. Und Eltern machen sich zugleich Sorgen, wenn Kinder gesundes Essen und somit Vitamine & Co verweigern.

Hier hilft zunächst einmal Gelassenheit, denn Kinder stellen sich ihren Speiseplan nach anderen Kriterien zusammen als wir Erwachsene. Sie kennen viele Lebensmittel nicht und entscheiden daher instinktiv: Was ist ungefährlich, was sichert mein Überleben? Daher bevorzugen sie auch, was satt macht und die nötige Energie fürs Wachstum liefert. Gemüse passt hier nicht in dieses Schema.

Die Abneigung gegen grünes Gemüse liegt nach Ansicht von Forschern vermutlich darin, dass diese Farbe in der Nahrung des ersten Lebensjahres kaum auftritt und im Zusammenhang mit „sicherer“ Nahrung unbekannt ist. Ist die erste feste Nahrung Zwieback, bevorzugen Kinder später Lebensmittel der gleichen Farbe. Dazu gehören nun mal auch Kartoffelchips und Pommes. Auch die Konsistenz der Lebensmittel spielt eine Rolle. So lieben es viele Kinder an einer gelben Rübe zu knabbern, spucken die gekochte Variante aber sofort wieder aus.

Mehr als alles andere beeinflusst fehlender Hunger die Einstellung gegenüber Obst und Gemüse. Als Eltern hat man häufig keine Vorstellung davon, wie viel in einen kleinen Kindermagen passt. Vielleicht hat  sich der Nachwuchs bereits satt gegessen, denn auch Apfelschnitze, Dinkelstangen und Reiswaffeln füllen irgendwann den Magen. Das macht Kinder beim Essen dann wählerisch.

Übrigens: Kinder erkennen früh, dass Essen ein Punkt ist, der die Eltern sorgt. Und ergreifen die Gelegenheit, wenn sie feststellen, wie viel Aufmerksamkeit und Zuneigung ihnen zuteil wird, wenn sie ihr Essen verweigern. Dahinter kann auch purer Trotz stehen, denn Kleinkinder nutzen gerne die Mahlzeiten, um auch einmal den Bestimmer zu spielen.

Was raten Ernährungsexperten? Sie empfehlen: Geduld. Oft brauchen Kinder mehrfach Kontakt zu einem Lebensmittel, bis sie es akzeptieren, das hat die Natur so eingerichtet. Bringen Sie also verschmähte Lebensmittel – am besten in verschiedenen Varianten - immer wieder auf den Tisch, aber zwingen Sie das Kind nicht.
Bieten Sie als ersten Gang – wenn das Kind hungrig ist – einen kleinen Salat oder einen Gemüseteller an.
Versuchen Sie den Einstieg mit „süßen“ Gemüsesorten wie Erbsen, Mais und Karotten anstatt mit bitterem Rucola oder Kohl. Verarbeiten Sie Früchte zu Smoothies oder im Eisfach zu Eis am Stiel. Oder bringen Sie es in eine Form (z.B. mit einem Plätzchenausstecher) und richten es spielerisch an, indem sie es abwechselnd auf einen Holzspieß stecken.

Noch ein Tipp: Vermeiden Sie Vorträge über den gesundheitlichen Wert eines Nahrungsmittels. Kinder können sich darunter nichts vorstellen, allein das Wort „gesund“ macht hellhörig und skeptisch und löst Widerstände aus. Essen Sie das diskutierte Lebensmittel einfach selbst und reden Sie nicht darüber. Ist der Genuss glaubwürdig und authentisch, wird Ihr Kind es Ihnen vielleicht gleichtun wollen – und den Brokkoli probieren.

Thema Schüchternheit

 

„Nicht so schüchtern!“ Haben Sie diesen Satz gehört, als Sie Kind waren?  Erinnern Sie sich dann vielleicht noch an das mulmige Gefühl, als man vor der Klasse stand und ein Referat halten musste? Heute sehen wir unserem eigenen Kind möglicherweise dabei zu, wie es mit seiner Schaufel am Rand des Sandkastens steht und den anderen Kindern beim Buddeln im Sand zusieht. Es würde gerne mitspielen, traut sich aber nicht.

Etwa ein Drittel aller Kindergartenkinder ist schüchtern. Sie tun sich schwer mit Anderen Kontakt aufzunehmen, obwohl sie dies gerne tun würden. Eine innere Hemmschwelle hält sie zurück. Diese Eigenschaft war ursprünglich nichts Negatives, denn in grauer Vorzeit gehörten Vorsicht, Zurückhaltung und Skepsis zu den Überlebensmechanismen des Menschen, mussten sie sich doch in unbekannten Situationen in Sekundenbruchteilen zwischen gefährlich und ungefährlich, zwischen Feind und Freund entscheiden. Und auch heute noch kann eine Gehemmtheit gegenüber Unbekanntem eine gesunde Schutzfunktion sein, denn die Zurückhaltung schützt beispielsweise vor Unfällen.  

Gegenüber seinem schüchternen Kind kann man einige Fehler machen. Zum Beispiel es vor anderen Menschen als schüchtern zu bezeichnen, denn das ist Kindern sehr unangenehm, schafft Erwartungsdruck und das Gefühl, es den Eltern nicht recht machen zu können. Besser sagt man „mein Kind braucht noch ein wenig Zeit“.
„Gib deinem Onkel doch mal die Hand!“ – eine Situation, die wohl jeder kennt. Um zu verhindern, dass dieser eingeschnappt ist, drängt man sein Kind, dem Wunsch nachzukommen. Und sein Kind in ein Dilemma: Soll es den Erwartungen von Eltern und Familie entsprechen oder zu seinen eigenen Gefühlen stehen dürfen und ein „Nein, ich möchte nicht“ sagen?

Ist Ihr Kind schüchtern, bleiben Sie zunächst gelassen. Helfen Sie Ihrem Kind, indem Sie sein Selbstbewusstsein stärken. Dazu braucht es Erfolgserlebnisse. Vertrauen Sie ihm kleinere Hausarbeiten an (Tischdecken, Brot beim Bäcker bestellen) und loben Sie dann Ihr Kind. So zeigen Sie ihm, dass Sie stolz sind und es wertschätzen.
Anerkennung von anderen Kindern ist ebenfalls wichtig für das Selbstvertrauen. Laden Sie ein anderes Kind aus der Nachbarschaft ein. In vertrauter Umgebung kann das Kind entspannter spielen als in einer großen Gruppe außer Haus. So lernt es soziale Fähigkeiten und die Freude am Spiel mit anderen Kindern. Insbesondere Kontakte mit Jüngeren sind für schüchterne Kinder wertvoll, weil sie es als Ältere leichter haben und es genießen als die „Großen“ bewundert zu werden.
Auch im Rollenspiel lassen sich schwierige Alltagssituationen zuhause üben. Im Spiel mit dem Kaufladen kann man lernen später im realen Geschäft eine Bestellung aufzugeben.
Traut sich Ihr Kind nicht jemandem etwas zu sagen, sollten die Eltern das Gespräch eröffnen und das Kind zu einem günstigen Zeitpunkt miteinbinden.

Selbst wenn die Schüchternheit bis ins Erwachsenenalter anhält, bedeutet das nicht, etwa im Berufsleben weniger erfolgreich zu sein. Hier stehen nicht nur Selbstdarsteller und Extrovertierte oben auf der Karriereleiter. Wer ruhig und besonnen auftritt, wer ein guter Zuhörer ist und den anderen nicht unterbricht, wer überlegt und denkt, bevor er redet, besitzt eine hohe Sozialkompetenz und einige der heute im Berufsleben erforderlichen „soft skills“.

Thema Mithelfen

 

Jeder von uns Erwachsenen weiß es: Einen Haushalt zu führen ist anstrengend, vor allem, wenn beide Eltern berufstätig sind. Und daher sieht es in Familien mit kleinen Kindern zuhause selten so gepflegt aus wie in einer Hochglanz-Wohnzeitschrift.
Die Lösung, wie man das alltägliche Chaos in den Griff bekommen kann, heißt:
Alle helfen mit!

Die Motivation von Kindern, im Haushalt mitzuhelfen, nimmt allerdings mit deren Alter rapide ab. Zweijährige helfen noch begeistert mit, sie können beispielsweise Wäscheklammern reichen oder Laub sammeln. Vorschulkinder ahmen gerne Eltern und Geschwister nach und decken den kompletten Tisch und/oder räumen ihn ab. Was hier noch spielerisch abläuft, kann aber ab dem Grundschulalter zuverlässiger ausgeführt werden. Kinder in diesem Alter können bereits ihr Bett selbst machen oder den Geschirrspüler ein- und ausräumen. Der Unmut für solche Tätigkeiten ist aber meist schon spürbar. Doch wie lässt sich die Motivation, im Haushalt mitzuhelfen, steigern?

Wenn Eltern nicht über die Hausarbeit schimpfen, sondern sie einfach erledigen – weil sie zum Alltag dazugehört – werden sich die Kinder das wie bei so Vielem abschauen.
Beliebte und unbeliebte Tätigkeiten sollten gemischt und auch untereinander getauscht werden – dann vermeidet man Beschwerden wie „ich muss die doofen und meine Schwester darf die schönen Sachen machen“.
Die Aufgabenverteilung wird idealerweise in einem Wochenplan schriftlich festgehalten und gut sichtbar aufgehängt. Wichtig: eine Spalte zum Abhaken einfügen.
Fragen Sie nicht „würdest du mir bitte im Haushalt helfen?“, sondern „möchtest du lieber abtrocknen oder den Müll rausbringen?“ Das Kind darf dann das tun, was es sich ausgesucht hat.
Kinder fordern oft eine Belohnung für ihre Mithilfe. Hier sollte man den Kindern klarmachen, dass diese Pflicht unbezahlt bleibt, schließlich bekommen Mama und Papa auch nichts dafür.

Natürlich fehlt es anfangs an Routine. Vieles würde man selbst schneller und besser erledigen. Aber es ist wichtig, Kinder schon frühzeitig in die Haushaltshilfe miteinzubeziehen, denn so lässt sich ein wichtiger Grundstein für später legen. Kinder, die schon Erfahrung beim Wäschemachen oder Bettenbeziehen haben, bekommen später weniger Probleme, wenn sie allein auf sich gestellt sind. In der Schule werden kaum Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, so bleibt nur das Elternhaus, um die Kinder fit zu machen für die Hausarbeit. Hat die Familie diese dann gemeinsam erledigt, ist nicht ein Familienmitglied (meist die Mutter) überlastet und es bleibt mehr Zeit, z.B. für gemeinsame Unternehmungen oder eine Vorleserunde. Davon profitieren letztlich wieder alle.

Thema Benehmen

 

Gutes Benehmen ist „in“. Jeder zweite Deutsche ist der Meinung, dass Benehmen sogar als Schulfach unterrichtet werden sollte, so die Umfrage eines Marktforschungsinstituts. Lernen Kinder frühzeitig gute Umgangsformen, haben sie es jetzt wie auch später leichter im Leben, denn diese sind eine wichtige Grundlage und „Türöffner“ in unserer Gesellschaft.

Viele Erwachsene sehen die heutige Jugend gegenüber Autoritäten und Regeln so:
Vorlaut, frech und respektlos. Aber auch viele Kinder – so sagen Kinder- und Jugendpsychologen – haben schlechtes Benehmen satt und leiden unter dem Verhalten nicht erzogener Altersgenossen, denen immer nur Sanftmut und Nachgiebigkeit entgegengebracht wird. Auch ein Kindergartenkind muss lernen, dass es keinen alleinigen Anspruch auf die  Erzieherin haben kann, und ein Schüler wird ruhig und diszipliniert sein müssen, damit er und die anderen lernen können.

Doch wie gelingt  eine Erziehung hin zu guten Umgangsformen? Hier ist wie so oft das elterliche Vorbild von immenser Bedeutung, denn gutes Benehmen muss man erst lernen. Manche Erziehungsmethoden von früher haben nach heutigen Maßstäben zu Recht keine Daseinsberechtigung mehr, aber ohne Anleitung geht es nicht, denn Mama und Papa sind nicht die Freunde ihrer Kinder. Ihnen wurde als Eltern eine besondere Rolle zuteil und somit haben sie auch einen besonderen Auftrag. Von Anfang an sollten Eltern ihren Kindern korrektes Benehmen vorleben und nicht nur andere Erwachsene, sondern auch schon die Kleinsten höflich behandeln. Mit der Zeit gewöhnt sich das Kind so sehr an gute Manieren, dass es diese allmählich übernimmt. Klopfen Sie z.B. an die Tür des Kinderzimmers, bevor Sie den Raum betreten. Grüßen Sie Ihr Kind beim Abholen aus dem Kindergarten, bedanken und entschuldigen Sie sich bei gegebenem Anlass, wie Sie das einem Erwachsenen gegenüber machen würden. Der höfliche Umgang wird so zu einer ganz selbstverständlichen Handlung für das Kind.

Erklären Sie Ihrem Kind gewisse Regeln. Versteht es den Grund, warum es beim Niesen die Hand vor den Mund halten soll, wird das Kind diese Regel selbstverständlicher annehmen, als wenn es gesagt bekommt „das gehört sich eben nicht“ oder „das macht man einfach nicht“.
Freuen sich Mama und Papa oder auch andere wie die spendable Wurstverkäuferin über ein „Bitte“ und „Danke“, wird es diese „Zauberwörter“ öfters einsetzen, denn es lernt sehr bald, dass sich damit seine Wünsche viel eher (wenn auch nicht immer) erfüllen. Klappt das so gar nicht, können Eltern den Satz „Ich will jetzt Saft“ solange überhören, bis sich das Kind an das Zauberwort erinnert.

Eltern sind zu Recht stolz darauf, wenn sich ein Kind gut benehmen kann. Bis es den Großteil der Höflichkeitsfloskeln und Manieren aber beherrscht, werden noch einige peinliche Situationen geschehen und es kostet viel Mühe. Aber Sie bekommen es um ein Vielfaches zurück, wenn aus dem Kind ein höflicher, rücksichtsvoller und selbstsicherer Mensch geworden ist.

Thema Lüge

 

Eines Tages bekommen wir sie von unserem Kind aufgetischt: Die erste Lüge. Da steht es mit schokoladeverschmiertem Mund vor uns, beteuert aber felsenfest, keine Schokolade gegessen zu haben.

Im Kindergartenalter beginnen Kinder meistens mit dem Schwindeln. Und das sollte man zunächst einmal positiv sehen, denn sie haben nun gelernt, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Gleichzeitig wissen sie aber auch, dass andere nicht unbedingt den gleichen Kenntnisstand haben wie sie und das lässt sich natürlich ausnützen. Gehirnforscher halten Lügen für eine große intellektuelle Leistung, nach Meinung von Entwicklungspsychologen beginnen Kinder umso früher mit dem Lügen, je intelligenter sie sind.

Doch was sind die Gründe für das Lügen?
Kindergartenkinder können häufig nicht zwischen Realität und Fantasie unterscheiden. Sie erfinden Geschichten oder übertreiben beim Erzählen über die Maßen.

Sehr oft ist der Grund auch eine Notlage. Kinder lügen aus Angst vor Strafen, wenn sie etwas angestellt haben oder ein Missgeschick passiert ist. Sie lügen, weil sie sich in der entsprechenden Situation nicht anders zu helfen wissen. Hinter dem „Das war ich nicht“ steht eigentlich der Wunsch „ich will es nicht gewesen sein“, wenn die teure Parfumflasche zerbrochen im Waschbecken liegt.

Schon früh wissen Kinder, dass wir in einer leistungsorientierten Gesellschaft leben. Eine angebliche Urlaubsreise mit dem Flugzeug ist schnell erfunden, wenn Schamgefühle aufkommen, weil man den Freunden nicht nachstehen möchte - obwohl das Kind weiß, dass die Familie dieses Jahr nicht verreisen kann.

Auch Überforderung in der Schule oder Loyalität gegenüber dem besten Freund, den man nicht verpetzen will, sind häufige Gründe für Kinderlügen. Doch wie reagiert man richtig?

Zunächst sollte man Schwindeln – wenn Kinder es nicht sehr häufig tun – nicht allzu ernst nehmen. Mit Bestrafung oder Wut zu reagieren ist nicht der richtige Weg, denn das kann dazu führen, dass das Kind noch seltener die Wahrheit sagen wird. Vielmehr sollte man dem Kind klarmachen, dass es den Eltern alles erzählen kann, was ihm auf dem Herzen liegt, ohne dafür bestraft zu werden.

Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder. Leider auch beim Schwindeln. Auch wenn in Familien meistens Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit großgeschrieben wird, lernt ein Kind von den Eltern: Sich verleugnen lassen am Telefon, das Vorschieben eines angeblichen Termins, wenn sich ungebetener Besuch ankündigt, das Lob im Restaurant, auch wenn das Essen nicht geschmeckt hat, die Notlüge, um andere Menschen nicht zu kränken. Die Wahrheit ist leider, dass wir alle oft lügen.

Gegen das Schwindeln bei Kindern aber gibt es ein gutes Mittel: Ein offenes und vertrauensvolles Miteinander in der Familie. Wenn Kinder das Gefühl haben geliebt und verstanden zu werden, egal, was sie gerade angestellt haben, so sind sie eher bereit ehrlich zu sein und Verantwortung zu übernehmen. 

Thema Bücher

 

Einige Bücher vergisst man sein Leben lang nicht – obwohl man sie selbst nie gelesen hat. Doch diese Geschichten sind in unserer Erinnerung lebendig, weil sie Mama abends auf der Bettkante sitzend so schön vorgelesen hat. Einer Studie zufolge lieben es 9 von 10 Kindern, wenn ihnen vorgelesen wird. Für die kindliche Entwicklung ist das Vorlesen von unschätzbarem Wert. Schon im ersten Lebensjahr kann man sein Kind gar nicht genug „mit Sprache verwöhnen“, in dem man ihm etwas erzählt oder gemeinsam Bilderbücher anschaut, denn das unterstützt das Sprechenlernen von Anfang an.

Beginnt das Kind zu sprechen, kann es mit dem Vorlesen richtig losgehen, denn das heißt Fördern pur. Kindern, denen viel vorgelesen wurde, besitzen mit zwei Jahren einen rund doppelt so großen Wortschatz wie Gleichaltrige, die nicht in den Genuss des Vorlesen gekommen sind. Denn während ein Kind gespannt einer Geschichte lauscht, lernt es ganz nebenbei neue Wörter und Ausdrücke, es prägen sich Satzmuster ein, Kreativität und Phantasie werden angeregt, das Wissen erweitert sich. Später in der Schule werden sich diese Kinder im Lesen und Schreiben, aber auch in anderen Fächern vergleichsweise leichter tun.

Durch „aktives Vorlesen statt passivem Zuhören“ lässt sich der Spaß am Vorlesen noch steigern: Eine kleine Fee spricht viel leiser als ein Riese, variieren Sie also mit der Lautstärke. Mit Pausen lässt sich Spannung erzeugen, mit kleinen Handlungen wie Gähnen, Husten, Seufzen, Luftanhalten oder Kichern können Vorleser die Handlung lebendig gestalten. Lesen Sie sich die Geschichte am besten vorher durch, damit Sie an den richtigen Stellen die richtigen Mittel einsetzen können.
Beziehen Sie Ihr Kind mit ein, ermuntern Sie es Fragen zu stellen und fragen Sie selbst: „Wie könnte die Geschichte weitergehen?“ oder „Was hättest du an der Stelle der Prinzessin getan?“
Zum Abenteuer wird das Vorlesen, wenn man mit einem kleinen Indianer-Tipi oder einer Decke und ein paar Stühlen ein kuscheliges Vorlesezelt einrichtet.
Übrigens: Kinder brauchen Wiederholungen, denn Bekanntes entlastet das Kind und verschafft ihm zwischen all den neuen Reizen sichere Inseln. Es ist also ganz normal, wenn Ihr Kind immer wieder dasselbe Buch vorgelesen bekommen möchte. Als Vorleser sollte man sich daher möglichst an den Text halten und nicht frei erzählen.

Doch geht es beim Vorlesen nicht nur ums Lernen, denn Vorlesen schafft auch wichtige Momente der Ruhe, Geborgenheit und Nähe. In einem Alltag, der auch für kleine Kinder oft anstrengend ist, eine wunderbare Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen. Nicht zuletzt ist Vorlesen einer der schönsten Wege, Kinder selbst an Bücher heranzuführen. Die Liebe zu Büchern bleibt dann meist ein Leben lang.

Thema Fragen

 

„Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm.“ Diese Erkenntnis aus dem Titellied der Sesamstraße nehmen Kinder gerne wörtlich. Lernen sie in den ersten Lebensjahren zunächst gewisse Gesetzmäßigkeiten – dass z.B. auf den Tag die Nacht folgt und umgekehrt - stellen sie später entsprechende Fragen dazu, manchmal auch 100 Mal dieselbe. Gleich einem Ritual benötigen sie darauf  immer wieder die gleiche Antwort, denn das gibt ihnen Halt, Orientierung und Geborgenheit in einer Welt, die sie nicht verstehen.

Sind die sprachlichen Fähigkeiten weit genug entwickelt, dient ihnen das Fragen als Tor zur Welt. Kinder wollen mit ihrer Fragerei nicht lästig sein oder stören, sondern einfach nur ihren natürlichen Wissensdurst befriedigen. Die Neugier von Kindern ist der unverzichtbare Motor für das Dazulernen.

Bekommt ein Kind auf seine Fragen zu oft ein „weiß ich nicht“ zu hören, wird es dies verinnerlichen, es wird faul werden in seiner Suche nach Antworten. Und die Neugier, die einen Menschen kreativ macht, ist verloren. Das Kind wird beim nächsten Mal lieber nicht fragen, sondern sich mit seinem Unwissen einfach abfinden. Antworten Sie in diesem Fall besser: „Mal schauen, ob wir das beide zusammen herausfinden“. Beim gemeinsamen Forschen lernt das Kind auch gleich die Instrumente kennen – ob Internet oder Bücherei – mit denen es später selbst die Antworten auf seine Fragen finden kann. Das Lexikon muss man aber nicht unbedingt bemühen. Gemeinsam kann man über mögliche Antworten nachdenken, dabei ergeben sich oft interessante Gesprächssituationen.

Natürlich kennt man als Eltern in diesem Zusammenhang auch peinliche Situationen. „Mama, muss die alte Frau da sterben?“ Machen Sie sich klar, dass Kinder mit  ihrer Frage weder bloßstellen, ärgern noch verletzen wollen. Verleugnen, verdrängen, Tabus oder den falschen Zeitpunkt kennen sie im Gegensatz zu uns Erwachsenen nicht. Das Kind hat nur bereits gelernt, dass alte Menschen irgendwann sterben müssen,  jetzt möchte es dieses Wissen anwenden und vertiefen (auch wenn man ein fragendes Kind normalerweise nicht vertrösten sollte, ist in solchen Situationen ein „das erkläre ich dir später“ angebracht).

Bei aller bisweilen anstrengenden Fragerei: versuchen Sie gelassen zu bleiben, seien Sie stolz darauf, dass Ihnen jede Frage Ihres Kindes zeigt, dass es neugierig auf die Welt ist und diese gemeinsam mit Ihnen verstehen und erkunden möchte.

Thema Rituale

 

Erinnern Sie sich noch an gemeinsame Rituale mit Ihren Eltern? Vielleicht ist das der ungeliebte Sonntagsspaziergang, aber es gibt sicher auch schöne Erinnerungen:
die Gute Nacht – Geschichte vom Vater, die gemütliche Teestunde mit der Mutter nach den Hausaufgaben, der immer gleiche Lieblingskuchen zum Geburtstag.
Gerade in unserer schnelllebigen Zeit vermitteln vertraute Abläufe allen Familienmitgliedern Sicherheit, Halt und Geborgenheit. Besonders Kinder profitieren davon, denn sie müssen täglich Neues lernen und sich in dieser Welt zurechtfinden. Vertraute Abläufe helfen bei diesen Herausforderungen, ob es nun ums Einschlafen geht oder die Trennung von den Eltern morgens im Kindergarten. Auch für Eltern bedeutet dies einen deutlich entspannteren Alltag, denn Kinder akzeptieren alles, was regelmäßig wiederkehrt und nach dem gleichen Schema abläuft, leichter.  

Wir Eltern sind meist froh, wenn wir abends todmüde ins Bett fallen können. Bei Kindern ist dies anders. Für sie bedeutet Schlafengehen Trennung, Dunkelheit, Angst vor schlimmen Träumen, Alleinsein. Ohne  Hilfestellung schaffen es nur wenige Kinder, sich angstfrei schlafenzulegen. Bieten Sie Ihrem Kind daher ein Einschlafritual – so können auch Sie nach einem langen Arbeitstag noch ein paar intensive Minuten mit ihm verbringen. Natürlich muss das Ritual dem Alter und dem Wunsch des Kindes entsprechen. Wichtig ist der immer gleiche Ablauf. Lesen Sie eine Geschichte vor, massieren Sie Ihrem Kind den Rücken, geben Sie allen Kuscheltieren einen Gute Nacht – Kuss oder  singen Sie das Lieblingsschlaflied vor. Jetzt ist Ihr Kind für das Einschlafen gewappnet, denn es verspürt Wärme und Geborgenheit.

Findet immer direkt vor dem Schlafengehen die Zeremonie des Zähneputzens statt – bei der Ihr Kind z.B. eine Melodie summt, die Sie erraten müssen (und umgekehrt) – ist die Zahnpflege für Ihr Kind ein fester Bestandteil des Tages, der nicht jeden Abend erneut in Frage gestellt wird.

Manchen Kindern fällt morgens in der Krippe oder im Kindergarten der Abschied von den Eltern schwer. Ein Ritual kann auch hier helfen: Nehmen Sie Ihr Kind in den Arm, geben Sie ihm einen (besonderen) Kuss (z.B. auf die Nasenspitze) und drücken Sie ihm ein kleines Stofftier in die Hand. Wünschen Sie ihm viel Spaß, sagen Sie ihm, dass Sie sich schon freuen, es nachmittags wieder abzuholen und winken Sie zum Abschied. Beim Abholen kann es dann ebenfalls bestimmte Begrüßungsabläufe geben, zu denen Sie auch das Kuscheltier wieder an sich nehmen. An dieses Ritual wird sich Ihr Kind wahrscheinlich noch als Erwachsener erinnern. 

Thema Ängste

 

Ängste sind bei Kindern häufig und etwas ganz Normales und sie sind vielseitig: Die Furcht vor dem Gespenst im Keller, die Angst vor der Trennung von den Eltern oder die plötzlich auftretende Unsicherheit ganz oben auf dem hohen Klettergerüst. Angst ist ein nützlicher Bestandteil unseres Lebens. Sie ist ein Frühwarnsystem, wenn wir uns in Gefahr begeben. Ohne Angst würde das  Kind auf dem Klettergerüst vielleicht die riskante Situation unterschätzen und möglicherweise wirklich in Gefahr geraten.

Nehmen Sie Ihrem Kind daher nicht übel, wenn es sich ängstigt, auch wenn es sich selbst in die Situation gebracht hat  („Warum kletterst du auch so hoch?“).

Selbst wenn (uns Erwachsenen) durch ein „Monster“ unter dem Bett keine Gefahr droht, darf man die Furcht davor nicht leichtfertig abtun, denn für Kinder ist die Situation etwas ganz Reales und Bedrohliches. Aber was hilft dagegen?

Liebe, Nähe, Sicherheit – wenn Sie dies Ihrem Kind in einem bedrohlichen Moment geben, haben Sie schon viel geholfen. Spielerisch lassen sich Monster & Co. in einem Rollenspiel darstellen oder malen und anschließend mit einer Beschwörungsformel beseitigen.

Auch wenn es vielleicht schwerfällt: Wichtig ist eine Vorbildfunktion, denn manche Angstreaktionen sind erlernt. Flüchtet die Mutter vor einer Spinne aus dem Zimmer, gelangt das Kind schnell zu der Überzeugung, dass von dem Krabbeltier eine erhebliche Gefahr ausgehen muss, wenn sich die Mama so sehr davor fürchtet.

Bestimmte Rituale wie ein Lied, das man dem Kind immer bei Gewitter vorsingt, können ebenso wie Kuscheln mit Mama oder Papa gegen die Ängste wirken. Oft hilft es auch, wenn die Eltern erzählen, wovor sie heute und früher als Kinder selbst Angst gehabt haben und was ihnen damals geholfen hat. 

Thema Beißen

 

Beißt ein Kind ein anderes, ist meist Ratlosigkeit und Scham auf der einen, und Entsetzen und Empörung auf der anderen Seite die Folge. Anders als beim Schubsen, Schlagen oder Haare ziehen, wird eine körperliche Grenze überschritten, besonders wenn die Spuren noch lange sichtbar bleiben.

Vielleicht kann man die Situation des beißenden Kindes aber verstehen: Es ist keine zwei Jahre alt, kann praktisch nicht sprechen und sich verständlich machen, kann seinen Bedürfnissen und Gefühlen keinen Ausdruck verleihen. Und nun hat ihm ein anderes Kind sein Lieblingsspielzeug weggenommen. Es findet keinen anderen Weg, um seiner Frustration und seinem Ärger Luft zu machen, und beißt.

Ein – und Zweijährige erforschen ihre Welt mit dem Mund. Sie lernen Ursache und Wirkung, wenn sie Dinge in den Mund nehmen, der Arm des Nachbarkindes macht da leider keine Ausnahme, denn die Handlung hat auch hier eine Folge. Auch Enge z.B. in der Garderobe beim gemeinsamen Anziehen oder fehlende Rückzugsmöglichkeiten führen bei manchen Kindern dazu, dass sie beißen, ebenso zu viele Eindrücke und Spielsachen, Übermüdung, Hunger oder Langeweile.

Wie kann man reagieren, wenn das eigene Kind beißt? Schenken Sie dem traktierten Kind Ihre Aufmerksamkeit. Ihr Kind lernt, dass es durch Beißen nicht im Rampenlicht steht, es braucht zudem eine klare Ansage auf Augenhöhe: „Nein, wir beißen nicht!“ Geben Sie ein durch Beißen „erobertes“ Spielzeug dem gebissenen Kind zurück. Schaffen Sie Platz, bis sich Ihr Kind beruhigt hat. Gehen Sie z.B. in den Garten, meist genügen dafür wenige Minuten.

Mit zunehmender Sprachentwicklung besitzt das Kind mehr Ausdrucksmöglichkeiten, es beherrscht dann schon viele Regeln der Kommunikation. Die Phase des Beißens endet dann normalerweise von alleine wieder.

 

 

Thema Eifersucht

 

Teilen fällt Kindern manchmal schwer, besonders wenn es um die Liebe und Aufmerksamkeit von Mama und Papa geht. Bislang war das Kind noch König oder Königin, mit der Geburt eines zweiten Kindes kommt es häufig zum „Entthronungsschock“. Das Baby, das gestillt, gewickelt und getröstet werden will, beansprucht die Eltern nun fast ständig. Das ältere Kind fühlt sich förmlich „aus dem Nest geworfen“ und befürchtet, dass die elterliche Liebe vollständig für das Baby aufgebraucht wird.

Erstgeborene verfallen daraufhin häufig in ein lang abgelegtes Babyverhalten, verlangen zum Beispiel wieder die Flasche oder wollen getragen werden.

Um das Eifersuchtsgefühl zu mildern, ist es wichtig, dass die Eltern dem großen Kind vermitteln, es noch genauso liebzuhaben wie vorher. Das ist wichtig für eine gesunde Geschwisterbeziehung.

Ein Verständnis für die Hilfsbedürftigkeit und dem damit verbundenen ständigen Umsorgen eines Neugeborenen kann das ältere Kind entwickeln, wenn man ihm Fotos aus seiner eigenen Babyzeit zeigt,  man kann Stolz wecken auf die neue Rolle als älteres Geschwisterkind.

Muss das Kinderzimmer geteilt werden, kann das Ältersein als Privileg dargestellt werden („Du bist jetzt schon groß genug für ein richtiges Bett, du brauchst kein Babybett mehr.“). Hat man einen Babysitter, lässt sich zu dritt eine Fahrradtour unternehmen („Das Baby ist noch zu klein dafür“).

Ein Verantwortungsgefühl kann man wecken, indem man das Kind in die Babypflege miteinbezieht. Das ältere Kind kann z.B. beim Wickeln die Windeln reichen. Aus Konkurrenz wird so ein Miteinander und Kinder spüren: wir sind eine Familie. 

Thema Einkaufen mit Kindern

 

Einkaufen mit Kindern ist eine Herausforderung. Während die Eltern aus Zeitdruck durch die Regale eilen, genießt das Kind die Einkaufstour. Und es gibt ja auch jede Menge zu sehen. Besonders die bunten Süßigkeiten ziehen Kinder magisch an. Aber auch der giftgrüne Joghurt, die Salami, die aussieht wie ein Teddybär oder die Breze, die auf Knopfdruck kommt.

Mit etwa zwei Jahren haben Kinder ihren Gesichtskreis so erweitert, dass sie sich für das Angebot im Supermarkt interessieren. Alles Bunte spricht sie an und befindet sich auf ihrer Augenhöhe – dafür haben Marketingstrategen gesorgt.

Es ist also verständlich, wenn Kinder die Frage stellen: „Darf ich das haben?“ Erfüllt man ihren Wunsch nicht, ist oft Quengeln, Weinen und Schreien die Konsequenz – oder das Kind wirft sich gar auf den Boden.

Kinder merken sehr wohl, dass ihr Druckmittel „Geschrei“ in der Öffentlichkeit eine starke Wirkung hat. Besonders im Hinblick auf andere Kunden ist so ein Verhalten unangenehm, aber Eltern sollten das aushalten. Am besten ist es, jetzt ruhig, entschlossen und konsequent vorzugehen und ein klares „Nein“ zu formulieren. Ein eventuell anschließendes „Dafür haben wir kein Geld“ oder „Das ist ungesund“ genügt vollkommen. Je jünger das Kind ist, desto weniger helfen ausführliche Begründungen.

Auch für später ist es wichtig, dass Kinder lernen, nicht immer alles haben zu können, auch wenn die Werbung ihnen vorspiegelt, eine ganze Welt voller Waren sei einfach verfügbar. Ihnen ist nicht bewusst, dass man für Konsum etwas leisten muss. Eine Vorstellung von Geld und woher es kommt, entwickeln sie erst später.

Mit älteren Kindern ist es hilfreich, wenn man sie in den Einkauf einbezieht. Mit einem Auftrag wie „Bitte bring mir einen Liter Milch“ lassen sich die Kinder beschäftigen und von Schokolade & Co ablenken. Das Einkaufen wird so zu einem „Spiel“ und die Kinder fühlen sich in ihren Fähigkeiten ernst genommen. 

Thema Eltern und Handys

 

Seit der Markteinführung des ersten iPhones vor zehn Jahren hat sich unser Kommunikationsverhalten drastisch verändert, das Smartphone hat zweifelsohne unser Leben verändert. Über einhundert Mal am Tag nehmen wir den ständigen elektronischen Begleiter durchschnittlich zur Hand, um zu chatten, zu spielen, die neuesten Nachrichten abzurufen oder um zu telefonieren.

Lehrer sprechen von einer smartphonesüchtigen Schülergeneration, die sich keine Viertelstunde auf eine Sache konzentrieren könne. Aus diesem Grund sind Handys innerhalb von Schulen meist generell verboten. In Tausenden von Ratgebern finden wir Eltern Tipps, wie wir die Handynutzung unserer Kinder steuern können. Aber viel weniger Beiträge gibt es darüber, welche Auswirkungen unser eigenes Smartphone-Verhalten auf die Entwicklung unserer Kinder haben kann.

Jedem von uns Eltern ist es schon „passiert“.  Wir sind mit dem Smartphone beschäftigt und unser Kind möchte uns ein selbst gemaltes Bild zeigen. Wir lassen uns kurz ablenken, kommentieren das Kunstwerk mit den Worten „Schön hast du das gemacht“ und widmen uns wieder dem kleinen Bildschirm.

Vielen Eltern ist es nicht bewusst, dass sie ihr Kind damit indirekt zurückweisen. Kinder benötigen jedoch die Sicherheit, dass die Eltern für sie da sind. Sie bemerken auch, dass ein kurzer Piepton oder ein Klingeln die Aufmerksamkeit des Vaters  sofort auf das Handy lenkt, sie selbst aber schon länger unbeachtet bleiben. Kleine Kinder können nicht einschätzen, mit wem die Mutter am Handy spricht, warum sie lacht oder sich aufregt. Sie beziehen dieses Verhalten auf sich. Gerade in den ersten beiden Lebensjahren benötigen sie eine erwachsene Bezugsperson, die direkt mit ihnen kommuniziert und interagiert. Viel Kommunikation läuft über den direkten Blickkontakt und eine geteilte Aufmerksamkeit.

Durch den ständigen Blick auf unser Smartphone verpassen wir vielleicht wichtige Gelegenheiten, mit dem Kind darüber zu sprechen, was es gerade beobachtet oder tut. Wir versäumen vielleicht eine Situation, in der sich unser Kind ängstigt, unwohl fühlt oder traurig ist. Es kann nicht mit uns kommunizieren, da wir gerade intensiv mit dem Handy beschäftigt sind und alles um uns herum vergessen.

Natürlich stecken wir Eltern in chronischer Zeitnot, wir nutzen unser Handy, um Organisatorisches und die Kontaktpflege nebenbei zu erledigen. Und wir möchten auch nicht den ganzen Tag mit unseren Kindern spielen, sondern uns auch mit anderen Erwachsenen über andere Themen austauschen. Und das Smartphone ist nun mal das Medium unserer Zeit. Aber ein bewussterer Umgang damit oder  eine Verschiebung der Nutzung in die Abendstunden, wenn das Kind schläft,  können  schon ein richtiger Schritt sein, denn Eltern haben auch hier eine wichtige Vorbildfunktion – sie beeinflussen die künftige Handynutzung ihrer Kinder. 

Thema Fernsehen

 

Kinder sind fasziniert vom Fernsehen. Es verhält sich ähnlich wie mit Süßigkeiten, probieren sie einmal, wollen sie immer mehr davon. Die bunten, bewegten Bilder, die Geräusche, die Musik und die erlebten Abenteuer ihrer Lieblingshelden ziehen die Kinder in ihren Bann.

Untersuchungen zeigen: Für 2- bis 3-Jährige sind Bücher noch unentbehrlich. Frägt man 4-5-Jährige, ist es das Fernsehen, auf das Kinder nicht verzichten wollen. In diesem Alter steigt auch die Nutzungsdauer des Mediums rapide an.

Fernsehen ist ein „Fenster“, durch das die Kinder die Welt kennenlernen möchten. Die Schattenseiten sind, dass Fernsehen überfordern und ängstigen und so viel Zeit in Anspruch nehmen kann, dass für andere wichtige Dinge wie Spielen, Lesen und Bewegung keine Zeit mehr bleibt. Das Kennenlernen der echten Welt aber sollte Vorrang vor der Erfahrung der virtuellen haben und das Fernsehprogramm nicht pädagogisch wertvolle Freizeitaktivitäten, wie z.B. das Treffen von Freunden, beeinträchtigen.

Es ist wichtig, die Sehzeiten für Kinder zu begrenzen und – angesichts der Flut an schlechten TV-Sendungen – genau zu prüfen, welche kindgerecht sind. Auch Nachrichtensendungen für Erwachsene sind für Kinder ungeeignet, denn Bilder von Kriegen und Katastrophen überfordern und verunsichern sie.

Anerkannte Kinderprogramme wie „Die Sendung mit der Maus“, „Sesamstraße“ und „Löwenzahn“ vermitteln Wissen, sind gewaltfrei, lustig und kommen ohne Werbeunterbrechung aus. Am besten man schaut sich eine Sendung zusammen an, lacht gemeinsam und spricht darüber und kann sich in spannenden Momenten auch eng aneinander kuscheln. 

Thema Freispiel

 

Erzählen die Kinder nach der Krippe oder dem Kindergarten „Heute haben wir nix gemacht, wir durften alleine spielen!“ ist man als Mutter oder Vater vielleicht verunsichert. Die Kleinen sollen doch eigentlich etwas lernen. Dabei ist das „Freispiel“ sehr wichtig für ihre Entwicklung, denn sie entscheiden selbst, mit wem, was und wo sie spielen wollen. Kinder lernen nur durch Dinge, die sie selber machen, anfassen, ausprobieren können – oder durch Dinge, die Ihnen nicht gelingen.

Manchmal entstehen Konflikte mit dem Spielpartner, die ausgetragen werden müssen. Das schult die Kinder wiederrum im emotionalen Bereich, denn auch Streiten will gelernt sein. Im gemeinsamen Spielen interagieren und kommunizieren sie miteinander, was der Förderung der Sprache dient. Sie lernen einander kennen,  knüpfen neue Kontakte und schließen Freundschaften. Kinder benötigen das Freispiel, um selbständig und unabhängig zu werden – und um das Leben zu üben. 

Thema Geschenke

 

Geschenke gehören an Weihnachten dazu. Auch wenn wir Erwachsenen vielleicht darauf verzichten könnten, für Kinder wäre das Fest sicherlich nur halb so schön. Und auch wir waren einmal Kinder und wissen aus eigener Erfahrung, dass Geschenke neben anderen schönen Ritualen sicherlich zum Höhepunkt an Heiligabend gehören.

Und doch muss Schenken etwas Besonderes bleiben. Zu viele Geschenke trüben die Begeisterung, auch wenn es Eltern und Verwandten eine große Freude bereitet Kinder zu beschenken. Gerade kleinere Kinder sind mit einem Geschenkeberg schnell überfordert, denn es bleibt kaum Zeit sich über ein Präsent richtig zu freuen - schließlich gibt es ja noch so viele ungeöffnete Päckchen. Hier kann man die Vereinbarung treffen, dass jedes Familienmitglied abwechselnd ein Geschenk auspacken darf. So kann jeder ausreichend auch die Freude des Anderen am Auspacken miterleben.

Bei größeren – schon fernseherfahrenen - Kindern gleicht der Wunschzettel häufig einem Bestellschein. Bei der Flut an verlockenden Angeboten für Spielzeug, Puppen & Co ist es nicht verwunderlich, wenn Kinder damit überfordert sind und jeden Tag neue Wünsche äußern. Doch was ist ein Herzens- und was nur ein spontaner, oberflächlicher Wunsch? Messen lässt sich dies am besten mit der Dauer und Beharrlichkeit, mit der sich das Kind begeistert und den Wunsch äußert und mit der Frage, inwieweit das Geschenk zur Persönlichkeit des Kindes passt.

Ein gutes Geschenk macht Freude und gelingt dann, wenn man sich in das Kind hineinversetzt. Gehen Sie nicht von sich selbst aus und schenken Sie nicht nur etwas pädagogisch Wertvolles. Sehen Sie es  Ihrem Kind nach, auch wenn die grell-pinke Plastikpuppe nicht Ihrem Geschmack entspricht. Wünsche können nicht ausschließlich „vernünftig“ sein.

Übrigens: Auch auf die Verpackung kommt es an, denn Kinder lieben das Auspacken ganz besonders. So kann auch eine Kleinigkeit in einer schönen Schachtel mit großer Schleife die gewünschte Aufmerksamkeit erregen. 

Thema Lob

 

Vielleicht erinnern Sie sich noch an bestimmte Situationen, in denen Sie als Kind von Ihren Eltern gelobt wurden. Oft hat man das bis heute nicht vergessen, da es für einen selbst von ganz besonderer Bedeutung war.

Anerkennung benötigt jeder Mensch, aber Kinder ganz besonders. Sie möchten, dass wir stolz auf sie sind. Lob und Beachtung haben eine stark motivierende Wirkung und daher sollte man loben, denn unsere Kinder sollen erfahren, wenn sie uns stolz und froh machen.

Dennoch sollte Lob nur dann erteilt werden, wenn auch ein Grund dafür besteht. Lobt man sein Kind wegen jeder Kleinigkeit - weil es z.B. sein Zimmer aufgeräumt hat – geht der wahre Wert der Anerkennung verloren. Das Kind wird später Schwierigkeiten haben, sich später selbst realistisch einzuschätzen und empfindet sich selbst über die Maßen talentiert.

Wichtig ist auch, dass es echtes Lob ist. Das eigene Kind merkt sehr wohl, ob das Lob aufrichtig gemeint ist oder nicht. Hierzu gehört auch, das Lob nicht mit Absicht einzusetzen („Schön, dass du dich so toll um deine kleine Schwester kümmerst. Möchtest du das noch ein bisschen länger?“).

Achten Sie auf ein angemessenes Verhältnis von Anerkennung und bewältigter Aufgabe: Loben Sie Ihre 6jährige Tochter dafür, dass sie aus Langeweile heraus ein Puzzle für Dreijährige gelöst hat, wird sie das nicht als Kompliment auffassen.

Dass nicht nur perfekte Ergebnisse oder Erfolge gelobt werden sollten, sondern auch die Bemühungen des Kindes, versteht sich von selbst. Das motiviert, stärkt das Selbstbewusstsein und das Kind lernt, dass nicht nur die Gewinner als die Größten gelten, sondern dass jeder Mensch Eigenschaften besitzt, die Anerkennung verdienen. 

Thema Rollenspiele

 

In den kommenden Wochen finden wieder unzählige Faschingsveranstaltungen statt. Für Kinder ist das eine besondere Zeit, doch nicht nur an diesen Tagen verkleiden sie sich gerne, denn Rollenspiele gehören ab etwa zweieinhalb Jahren zum Entwicklungsprozess. Schlüpfen Kinder in andere Rollen, verarbeiten sie positiv wie negativ Erlebtes und schaffen sich eine Welt, in der sie großartig und unabhängig sind. Am liebsten verwandeln sie sich in Erwachsene, denn zu ihnen sehen sie auf. „Vater, Mutter, Kind spielen“ gehört immer noch zu den Lieblingsbeschäftigungen im fortgeschrittenen Kindergartenalter.

Kinder wollen bei ihren Rollenspielen nicht gestört werden. Es macht sie häufig verlegen, wenn Erwachsene ihre Verwandlung mitbekommen.  Sie wollen dabei keine Show abziehen, sondern sich ausprobieren und mit der Welt der Erwachsenen auseinandersetzen. Beim spielerischen Kochen, Waschen, Einkaufen werden neue Handlungsabläufe eingeübt. Ein Kind, das sich fürsorglich um seine Puppe kümmert, sie füttert und wickelt und auf dem Arm trägt, hat seiner Mutter anscheinend immer genau zugeschaut, wie diese den kleinen Bruder versorgte. Dabei hat das Kind viel gelernt.

Mit dem Rollenspiel bewältigen Kinder Ängste und Defizite. Wer sich vor Gespenstern fürchtet, ist für einige Stunden selbst eines und erschreckt zur Abwechslung mal die anderen.

Als Pipi Langstrumpf ist ein Kind unglaublich stark, reich und kann in seiner  „Villa“ tun und lassen, was es will. In seiner Fantasie gelingt ihm das. Für das Selbstwertgefühl und die Entwicklung der Persönlichkeit ist das eine wichtige Phase.

Mit ausreichend Freiraum und der Möglichkeit zur „Verwandlung“ lassen sich Kinder zum Rollenspiel auch ermutigen. Ein wichtiges Requisit für Kinder ist daher eine Kiste mit alten Kleidern, Schuhen, Hüten, Tüchern, Handtaschen, ausrangierten Handys und Fotoapparaten, Pappkartons in verschiedenen Größen und vielem mehr. Je mehr, umso besser, aber perfekt muss es nicht sein. Kinder sind bekanntlich kreativ.

Thema Überbehütung

 

Unterhält man sich mit Eltern anderer Kinder, ist man sich in einem Punkt schnell einig. Wir sind früher anders aufgewachsen. Ohne Kindersitze im Auto, ohne Herdschutzgitter und Atemüberwachung im Kinderbett, ohne Hochsitze mit Anschnallgurt, ohne durchgeplante Nachmittage mit Klavier-, Tanz- oder Ballettunterricht. Aber mit vielen gelebten Freiheiten, wie zum Beispiel „Komm heim, wenn es dunkel wird!“

Einer Umfrage zufolge finden 3/4 aller Deutschen, dass Kinder heute überbehütet werden. Auch eine ganze Industrie, die an Sicherheitsutensilien für Kinder kräftig verdient, trägt ihren Teil dazu bei. Natürlich müssten wir - die heutige Elterngeneration - eigentlich aus eigener Erinnerung wissen, wie wichtig es ist, Kindern mehr Freiräume zuzugestehen, in denen sie ihre Erfahrungen machen dürfen. Zugegebenermaßen fällt es schwer.

„Renn nicht so schnell, sonst fällst du!“, „Das kannst du noch nicht“ oder „Vorsicht mit dem Messer, schneid` dich nicht!“ Überbehütete Kinder bekommen diese Sätze oft zu hören. Doch Kinder wollen trainieren, sich ausprobieren dürfen, dann entwickeln sie Geschick und Körperbewusstsein. Sie brauchen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, um Selbstbewusstsein zu entwickeln. Sie möchten keine Hilfestellung bei Dingen, die sie schon alleine können.

Das Klettern auf ein Gerüst hätten wir selbst vermutlich nie gelernt, wenn wir immer wieder auf mögliche Gefahren hingewiesen worden wären. Doch aufgeschürfte Knie und blaue Flecken gehören bei einem aktiven Kind einfach dazu.

Aber natürlich muss es auch Kontrolle geben: Beim Überqueren der Straße darf sich das Kind nicht von Mamas Hand befreien. Wer sich im Auto nicht anschnallen lassen will, darf nicht mitfahren. In wirklich gefährlichen Bereichen des Lebens darf das Kind nicht „ausprobieren“. Leicht es sicher nicht, aber letztlich hilft es Kindern wie Eltern. Sich den Ängsten stellen und die Leine etwas lockerer lassen, jeden Tag aufs Neue. 

Thema Kindergeburtstag

  

Kindergeburtstage sind zweifelsohne eine Herausforderung für die Eltern - sei es die eigene Feier oder wenn das Kind eingeladen ist. Denn auch wenn das Kind „nur“ Gast ist, ist es gut, ein paar Dinge zu berücksichtigen, besonders beim Thema Geschenke.

Das Auspacken ist der zentrale Moment eines jeden Kindergeburtstages. Doch ein passendes Präsent zu finden, ist alles andere als leicht, soll es doch das Herz des Beschenkten höher schlagen lassen, das eigene Kind mit Stolz erfüllen, weder zu teuer noch zu billig sein und auch noch bei den Eltern des Geburtstagskindes auf Wohlgefallen stoßen. 
Ein zu teures Geschenk lässt alle anderen Geschenke kümmerlich aussehen, was die anderen Geburtstagsgäste enttäuschen wird. Man sollte sich auch nicht von einem Konkurrenzdenken unter Eltern um das teuerste und wichtigste Geschenk anstecken lassen. Es geht immerhin um das Geburtstagskind, um die Absicht und nicht das Preisschild. Und ein Vierjähriger wird sich auch nicht für den Preis seines Geburtstagsgeschenks interessieren. Erkundigen Sie sich am besten bei anderen Eltern, wie viel Geld sie in etwa für ein Geschenk ausgeben. Als Faustregel gelten max. 10 Euro bzw. das „Alter des Kindes in Euro“.
Übrigens: Größere, teure Geschenke kann man durchaus schenken, wenn man sich gemeinsam mit anderen Eltern zusammen tut. 

Ein unpersönliches Geschenk, das wie eine Eintrittskarte zur Feier an der Tür abgegeben wird, wird ebenfalls nicht den gewünschten Effekt haben. Fragen Sie die Eltern oder das Geburtstagskind selbst nach einem möglichem Wunsch und beziehen Sie auch Ihr Kind in die Kaufentscheidung mit ein, denn zum einen stärken sie so sein Einfühlungsvermögen und seine Kreativität, zum anderen hat Ihr Kind vielleicht einen wertvollen Tipp - schließlich kennt es das Geburtstagskind besser als Sie selbst. 

Ein Geschenk kann durchaus auch einen Mehrwert aufweisen, wenn man es – gemeinsam mit seinem Kind – entsprechend verpackt, mit einer besonderen Karte oder selbstgemaltem Bild oder kleinem Gedicht versieht. Auch hier lernen Kinder sich in andere hinzuversetzen, wenn sie überlegen, welches Geschenkpapier oder welche Karte dem Geburtstagskind wohl am besten gefallen könnte.

Zum Schluss sei noch eines erwähnt: Geschenkgutscheine (oder Bargeld) eignen sich gerade für kleinere Kinder nicht, denn bis weit in die Grundschule hinein können sie diesem Stück Papier keinerlei Wert beimessen.

Elternratgeber Kindergarten München

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Fragenkatalog (FAQ)

Ab welchem Alter kann ich mein Kind für eine Betreuung im MINIHAUS München anmelden?

 

Wir betreuen Kinder im Alter von 9 Wochen bis zum Schuleintritt in unseren Kinderkrippen und Kindergärten des MINIHAUS München. Eine besonders sanfte Eingewöhnung, der liebevolle Umgang und ein großes Herz für Kinder zeichnen uns dabei aus. Wir freuen uns auf Ihr Kind!

Kann ich mein Kind zu jedem Zeitpunkt im Jahr anmelden?

 

Ja. Abhängig von der Verfügbarkeit der Plätze kann Ihr Kind auch zu Ihrem Wunschtermin im Minihaus starten.

Können nur Kinder mit Wohnsitz in München aufgenommen werden?

 

Aufgrund der Fördervorschriften der Stadt München können wir Kinder aus Umlandgemeinden leider nicht betreuen. 

Wann kann ich mein gewünschtes MINIHAUS München besichtigen?

 

Gerne können Sie mit uns einen individuellen Besichtigungstermin vereinbaren. Bitte nutzen Sie die Kontaktmöglichkeiten am Seitenende. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und sind uns sicher, Ihren Wünschen gerecht zu werden.

Kann die gebuchte Betreuungszeit im Nachhinein angepasst werden?

 

Flexibilität gehört zu unseren Stärken. Selbstverständlich kann die festgelegte Buchungszeit bei freien Kapazitäten angepasst werden. Auch kurzfristig sind wir flexibel: Sie können Ihr Kind nicht rechtzeitig abholen, weil ein wichtiger Termin dazwischen gekommen ist? Sprechen Sie uns an!

Bis zu welchem Alter dürfen die Kinder in der Krippe bleiben?

 

Bei Kindern, die vor dem 01.10. geboren wurden, endet die Betreuung in der Kinderkrippe zum 31.08. des Kalenderjahres, in dem das Kind das 3. Lebensjahr vollendet hat. Bei Kindern, die nach dem 30.09. geboren wurden, dürfen die Kinder noch bis zum 31.08. des Kalenderjahres bleiben, in dem das Kind das 4. Lebensjahr vollendet.

Kann mein Kind im Minihaus von der Krippe in den Kindergarten wechseln?

 

Unser Anspruch ist es, Ihnen eine qualitativ hochwertige Betreuung Ihres Kindes von der Krippe bis zum Eintritt in die Grundschule und darüber hinaus anzubieten. Daher ist ein Wechsel in den Kindergarten abhängig von der Verfügbarkeit der Plätze selbstverständlich möglich. Bitte nehmen Sie bei Interesse rechtzeitig Kontakt mit uns auf.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Sollten Sie an einer bilingualen Erziehung Ihres Kindes interessiert sein, schafft der zweisprachige Kindergarten International Kids Campus (IKC), dessen Träger wir seit 2015 sind, optimale Rahmenbedingungen, denn hier wird zu gleichen Teilen deutsch/englisch gesprochen, so dass sich die Kinder spielerisch beide Sprachen erschließen können.

Im Anschluss an den Kindergarten bietet unsere zweisprachige, staatlich genehmigte  Ganztages-Grundschule International Bilingual School Munich (IBSM) – die sich im gleichen Gebäude wie der IKC befindet - Ihrem Kind eine erstklassige schulische Bildung und Betreuung durch englische und deutsche muttersprachliche Lehrer.

Wie erfolgt die Eingewöhnung im MINIHAUS München?

 

Die Eingewöhnung Ihrer Kinder ist uns besonders wichtig und erfolgt im MINIHAUS München nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wir wollen, dass Sie und Ihr Kind Zeit haben, in aller Ruhe in der Kinderkrippe bzw. im Kindergarten anzukommen. Dabei stehen wir Ihnen als behutsame Begleiter zur Verfügung. Je nach Alter und Entwicklungsstand Ihres Kindes dauert eine Eingewöhnung in der Kinderkrippe in der Regel 3 bis 4 Wochen, im Kindergarten 1 bis 3 Wochen.

Wie viele Kinder werden in den Gruppen betreut?

 

In unseren Krippen werden pro Gruppe max. 12 Kinder, in den Kindergärten pro Gruppe max. 25 Kinder betreut.

Welche Verpflegung erhalten die Kinder im MINIHAUS München?

 

In der Kindheit werden die Weichen für das spätere Leben gestellt – besonders was körperliche Entwicklung und ein ausgewogenes Ernährungsverhalten anbelangt. Darum ist es uns ein besonderes Anliegen, den Kindern eine Ernährung von höchster biologischer und geschmacklicher Qualität zu garantieren. Im MINIHAUS München erhalten die Kinder Frühstück, Mittagessen, Snacks als Zwischenmahlzeiten und ggf. ein Abendbrot.

Unsere Lebensmittel beziehen wir von Gourmet – einem erstklassigen Anbieter hochwertiger, leckerer Gerichte -  und der Ökokiste, die frische Bio-Lebensmittel aus ökologisch kontrollierter Landwirtschaft garantiert.

Werden regelmäßige Ausflüge unternommen und Feste gefeiert?

 

Regelmäßige Ausflüge und gemeinsame Feste sind ein wichtiger Baustein unseres pädagogischen Konzeptes. Ein Ausflug in den Tierpark oder Botanischen Garten, eine Exkursion ins Museum, ein Besuch bei der Feuerwehr oder Polizei oder eine Theatervorstellung – unsere Aktivitäten unter dem Motto „Minihaus on Tour“ sind vielfältig und lassen Kinderherzen höher schlagen. Und wir feiern gerne gemeinsam mit Ihnen und Ihren Kindern: Ob Geburtstage, ein stimmungsvolles Laternenfest im November, Weihnachten und Ostern und ein Sommerfest mit attraktiven Einlagen – es gibt viele Anlässe, schöne Stunden miteinander zu verbringen. 

Wie erfolgt die Zusammenarbeit und Kommunikation mit den Eltern?

 

Eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen als Eltern liegt uns besonders am Herzen. Für Ihr Kind sind Sie die ersten und wichtigsten Bezugspersonen, für uns die wichtigsten Partner bei der Bildung und Erziehung Ihrer Kinder. Ein vertrauensvoller und enger Austausch mit Ihnen ist daher für uns selbstverständlich. Ob in Tür- und Angelgesprächen, bei regelmäßigen Entwicklungsgesprächen, bei Elternabenden, gemeinsamen Festen und Ausflügen - wir wollen mit Ihnen und dem Elternbeirat im Gespräch sein und gemeinsam dafür Sorge tragen, dass sich ihr Kind bestens entwickelt.


Besonders wichtig ist uns dabei, Sie auf unterschiedliche Art und Weise über den Minihaus-Alltag Ihres Kindes auf dem Laufenden zu halten. Die geschieht durch regelmäßige, informative  Elternbriefe, unseren zweiwöchigen Newsletter Mini Mail, der Sie mit Fotos und Kurzberichten aus Ihrem Minihaus versorgt und  der mehrmals im Jahr erscheinenden Mini News, die interessante Informationen aus allen sieben Minihäusern für Sie bereit hält.  Darüber hinaus verschaffen Ihnen die Aushänge vor den Gruppenräumen einen tagesaktuellen Überblick über wichtige Neuigkeiten.

Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?

 

Nach dem Gesetz zur Steuervereinfachung können aktuell pro Jahr 4.000€ Betreuungskosten bei der Steuererklärung als Sonderkosten geltend gemacht werden (ohne Gewähr). 

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Unsere Partner

Das MINIHAUS München kann jederzeit auf vielfältige Kompetenzen seiner starken Partner im Bereich der Kinderbetreuung und Förderung zugreifen. Dazu gehören das Kinderhaus München und der Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V. Außerdem haben wir mit unseren bilingualen Einrichtungen IKC und IBSM starke Partner im Bildungsbereich.

Alle diese Einrichtungen fördern seit Jahrzehnten sehr erfolgreich Kinder in ihrer sprachlichen, intellektuellen, emotionalen und sozialen Entwicklung.

Die fachliche Weiterqualifizierung unserer Mitarbeiter erfolgt in unserer Bildungsakademie Feinschliff: Fast täglich gibt es neue Erkenntnisse in der Hirnforschung und in der Pädagogik, die uns immer besser begreifbar machen, wie ein Kind seine Welt verstehen lernt. Für pädagogische Fachkräfte bedeutet das, diese neuen Fakten zu kennen, zu strukturieren und abzuwägen, welche sie sinnvoll in den Entwicklungsprozess der Kinder einfließen lassen und auf welche Art und Weise.
Unsere hauseigene Bildungsakademie Feinschliff vermittelt unseren pädagogischen MitarbeiterInnen in regelmäßigen Abständen wertvolles Fachwissen u.a. in den Bereichen Frühpädagogik, Teamentwicklung und Führungskompetenz speziell für soziale Berufe. Unsere Referenten verfügen über langjährige Lehr- und Berufserfahrung im jeweiligen Themenbereich und in der praktischen Arbeit und bilden unsere Mitarbeiter kompetent und professionell aus. Unsere Fortbildungsangebote werden konsequent aus der Praxis heraus entwickelt und den neuesten Erkenntnissen und Bedürfnissen angepasst. Somit können Sie sicher sein, dass Ihr Kind stets nach den modernsten pädagogischen Methoden in unseren Minihäusern betreut wird. 

Kinderhaus München
Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V.
international bilingual school munich
international kids campus
feinschliff - die Bildungsakademie
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