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Minihaus News

„Die TÜV-Zertifizierung ist nur das i-Tüpfelchen“

Interview mit unserem Qualitätsmanagement-Beauftragten Andreas Hellmann zum Thema TÜV-Zertifizierung.

Im vergangenen Jahr wurde das Minihaus München vom TÜV Süd nach DIN ISO 9001 zertifiziert. Damit wird dem Minihaus ein „ausgezeichnetes“ Qualitätsmanagement (QM) bescheinigt, das nur wenige Kitas in Bayern haben. Aber was bedeutet das für den Alltag in den Minihäusern und wie profitieren Eltern und ihre Kinder vom Qualitätsmanagement? Wir haben beim Qualitätsmanagement-Beauftragten (QMB) Andreas Hellmann nachgefragt.

Herr Hellmann, was hat sich durch die Zertifizierung im Minihaus-Alltag verändert?

Im Alltag hat sich nicht so viel verändert, denn die Zertifizierung ist für uns nur das i-Tüpfelchen unserer Qualitätsmanagement-Arbeit. Wir arbeiten im Minihaus schon seit Jahren mit QM. Dabei geht es zum Beispiel um Fragen wie: Was können wir besser machen? Was können wir optimieren? Das TÜV-Siegel bescheinigt nun auch nach außen, dass wir die Qualität unserer Dienstleistungen ständig weiterentwickeln.

Haben Sie ein Beispiel, wie so etwas aussehen kann?

Wir haben in allen Minihäusern wie auch in der Geschäftsstelle eine Zielplanung erarbeitet. Die gilt es immer wieder zu überprüfen. Das heißt, wir schauen, ob die Maßnahmen noch stimmen, ob sie geeignet sind, die festgelegten Ziele zu erreichen, ob die Ziele an sich noch sinnvoll sind oder ob wir sie anpassen müssen. Daran merkt man, dass kontinuierlich am Qualitätsmanagement gearbeitet wird.

Und wie sieht das Qualitätsmanagement in der pädagogischen Arbeit mit den Kindern aus?

Wir haben zum Beispiel für die pädagogischen Kernprozesse gemeinsam mit den Mitarbeitenden einheitliche Standards erarbeitet und Qualitätsziele festgelegt.

Zum Beispiel für den Kernprozess Eingewöhnung: Jeder Prozessschritt - vom Erstkontakt mit den Eltern bis hin zum Abschlussgespräch - ist genau beschrieben. Es gibt zum Beispiel Vorlagen für das Abschlussgespräch mit einem Fragenkatalog, an dem sich die Erzieherinnen orientieren können, z. B.: Wie haben Sie als Eltern die Eingewöhnung im Minihaus erlebt? Welche Veränderungen beobachten Sie zu Hause bei Ihrem Kind? Dadurch wird nicht nur der Arbeitsalltag der Erzieherinnen strukturiert, sondern auch die Kommunikation mit den Eltern. Ganz wichtig ist dabei, dass wir immer die Erfahrungen der Mitarbeitenden einfließen lassen.

Wie profitieren die Eltern und ihre Kinder vom Qualitätsmanagement?

Das Siegel gibt den Eltern die Sicherheit, dass sie ihr wichtigstes Gut – ihre Kinder – in eine TÜVgeprüfte Einrichtung geben, die nach hohen Qualitätsstandards arbeitet. Einmal im Jahr erstellt jedes Minihaus eine Zielplanung. Die Ziele werden unter anderem aus der Elternbefragung entwickelt, die wir regelmäßig durchführen. Ein solches Ziel kann zum Beispiel sein: Die Kommunikation mit den Eltern soll verbessert werden. Dann überlegen wir, mit welchen Maßnahmen wir dieses Ziel erreichen. Zum Beispiel wäre das regelmäßige Stattfinden eines Elterncafes eine denkbare Maßnahme.

Das Thema Qualitätsmanagement gilt ja manchmal als eher langweilig. Wie stehen die Mitarbeitenden im Minihaus zum QM?

Erfreulicherweise stehen unsere Mitarbeitenden voll und ganz hinter dem QM und entwickeln Spaß an der Sache. Ich bin überzeugt, dass Qualitätsmanagement von der Basis aus gelebt werden muss, dann funktioniert es auch. Ein gutes Beispiel ist das Kinderhaus München. Hier wird Qualitätsmanagement schon seit mehr als 20 Jahren gelebt, den Mitarbeitenden ist das Arbeiten mit QM inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen. Und da wollen wir mit dem Minihaus auch hin. Wichtig ist, dass man die Mitarbeitenden von Anfang an einbindet, zum Beispiel durch Workshops. Bei der Beschreibung der Prozesse, wie die der Eingewöhnung oder der Elterngespräche, sollen die Mitarbeitenden dann ihre eigenen Erfahrungen einbringen, schließlich sind sie ganz nah dran an dem Thema und setzen die Vorgaben im Alltag selbst um. Das ist viel sinnvoller, als wenn die Geschäftsführung am grünen Tisch sitzt und den Prozess entwickelt.

Wie sehen die Audits aus?

Die internen Audits finden jedes Jahr in allen Minihäusern statt. Dabei gehen Mitarbeitende als Auditorinnen und Auditoren in die einzelnen Häuser und prüfen, ob so gearbeitet und gehandelt wird, wie es z.B. in den Prozessbeschreibungen und Vorgaben geregelt ist. Auch hier fließen immer die eigenen Erfahrungen, Ideen und Anregungen der Auditorinnen und Auditoren ein. Im Anschluss an die Audits wird ein Bericht geschrieben, und aus diesem Bericht wird ein Maßnahmenplan abgeleitet. So stellen wir sicher, dass die Minihäuser einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterliegen.

Bei den externen Audits läuft es ähnlich, es kommen dann Prüfer vom TÜV in einzelne Minihäuser, um die Prozesse zu prüfen und ggf. Verbesserungsvorschläge zu machen. Im Audit geht es eigentlich in erster Linie ums Zuhören. Das Wort Audit leitet sich ab aus dem Lateinischen und bedeutet ja hören oder zuhören. Es geht darum, gemeinsam herauszufinden, wo Verbesserungspotenzial vorhanden ist, um es zu nutzen.

Vielen Dank, Herr Hellmann, für diesen Einblick in die QM-Welt!

Das Interview führte Julia Hosan

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